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Fall Trayvon Martin Justizministerium prüft neue Anklage gegen Todesschützen


Auf den Todesschützen von Florida könnte ein neuer Prozess zukommen. Das Justizministerium prüft, ob George Zimmerman Bürgerrechte verletzt hat. Tausende gehen gegen seinen Freispruch auf die Straße.

Nach seinem Freispruch im Strafrechtsprozess um die Tötung des schwarzen Teenagers Trayvon Martin in Florida kommt auf den Schützen George Zimmerman möglicherweise ein neues Verfahren zu. Das US-Justizministerium prüft laut Fox News, ob sich Zimmerman der Verletzung von Bürgerrechten schuldig gemacht haben und deshalb vor ein Bundesgericht gestellt werden könnte. Nach US-Recht könnte Zimmerman zwar nach seinem Freispruch nicht erneut wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz oder Totschlags vor Gericht gestellt werden. Aber eine Anklage wegen Bürgerrechtsverletzungen vor einem Bundesgericht wäre möglich, weil es sich um einen anderen Vorwurf handelt - wenn auch im Zusammenhang mit derselben Tat.

Am Sonntag sind in New York tausende Menschen aus Protest gegen den Freispruch von Zimmerman auf die Straße gegangen. "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden", rief die Menge, die sich zunächst am Union Square in Manhattan versammelt hatte, bevor sie am Abend zum Times Square marschierte. "Das Volk sagt schuldig", riefen die Demonstranten mit Blick auf den Nachbarschaftswächter Zimmerman, der am Samstag von einer Jury in Florida freigesprochen worden war.

Auf einen Schild stand "Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche". Viele Demonstranten, darunter neben vielen Schwarzen auch Weiße und Hispanics, äußerten sich empört über das Urteil in dem Prozess, der seit Monaten das Land bewegte. "Wir haben ein großes Problem mit Rasse und ein anderes Problem mit Waffen", sagte ein Redner, Rodney Rodriguez. "Hätte Zimmerman keine Waffe gehabt, hätte er Trayvon Martin nicht töten können."

Obama mahnt zur Besonnenheit

Am Nachmittag hatte US-Präsident Barack Obama zur Ruhe aufgerufen. "Wir sind ein Rechtsstaat, die Jury hat entschieden", erklärte Obama. Zugleich brachte er den Fall in Verbindung mit den Waffengesetzen. "Wir sollten uns fragen, ob wir alles unternehmen, um die Welle der Gewalt mit Schusswaffen aufzuhalten", sagte Obama.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, der seit langem für strengere Waffengesetze kämpft, äußerte Kritik an Gesetzen wie dem "Stand Your Ground"-Gesetz, das Bürgern in Florida ein ausgeprägtes Recht auf Selbstverteidigung mit Schusswaffen einräumt. "Leider werden alle Fakten in diesem tragischen Fall wohl nie bekannt werden. Doch eine Tatsache ist seit langem kristallklar: Schieß-zuerst-Gesetze wie in Florida, können zu gefährlicher Selbstjustiz führen und jene schützen, die unbesonnen mit Waffen umgehen", sagte Bloomberg.

In dem Prozess ging es um die Tötung des 17-jährigen Trayvon Martin. Der schwarze Jugendliche war am Abend des 26. Februar 2012 in Sanford von Zimmerman, Mitglied einer privaten Nachbarschaftswache, verfolgt worden, weil er ihm verdächtig vorkam. Als es zum Streit zwischen den beiden kam, erschoss Zimmerman den unbewaffneten Jungen. Zimmerman beteuerte, dass Martin ihn zuerst attackiert habe und er in Notwehr gehandelt habe. Er bestritt zudem, Martin wegen seiner Hautfarbe verfolgt zu haben.

Am Samstag entschieden die sechs Mitglieder der Jury nach 16-stündigen Beratungen, dass Zimmerman nicht des schweren Totschlags (second degree murder) schuldig sei. Nach dem Urteil kam es vor dem Gericht und in zahlreichen Städten des Landes zu spontanen Protesten. Von Anbeginn bestand in dem Fall der Verdacht, dass Martin von Zimmerman verfolgt worden war, weil er schwarz war. Zudem wurde der Polizei vorgeworfen, in dem Fall zunächst nicht korrekt ermittelt zu haben.

kmi/DPA/AFP DPA

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