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Flüchtlinge am Brandenburger Tor: Notärzte greifen in Hungerstreik ein

Der Hungerstreik von Flüchtlingen am Brandenburger Tor hat ernste gesundheitliche Folgen. Rettungskräfte haben eingegriffen. Berlins Innensenator ruft zur Beendigung der Aktion auf.

Nach tagelangen Protesten am Brandenburger Tor hat sich der gesundheitliche Zustand der Flüchtlinge verschlechtert. Notärzte und Sanitäter versorgten am Dienstag mehrere der rund 30 Asylbewerber auf Pariser Platz vor Berlins Wahrzeichen. Sechs von ihnen kamen in Krankenhäuser, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Sie alle hätten über starke Kreislaufprobleme geklagt.

Die Flüchtlinge sind nach eigenen Angaben seit fast einer Woche im Hungerstreik. Am Montag hatten sie angekündigt, auch keine Flüssigkeit mehr zu sich zu nehmen. Außerdem sind sie vor Nässe und Kälte kaum geschützt. Sie fordern, dass ihre Asylanträge bewilligt werden.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) forderte die Flüchtlinge auf, den Hungerstreik zu beenden. Eine Räumung der Mahnwache sei nicht geplant. Der Bundesvorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, sagte, der Protest zeige, wie verzweifelt diese Menschen seien. "Es kann nicht sein, dass der reichste Kontinent nicht in der Lage ist, Flüchtlinge aufzunehmen und ein Mindestmaß an Humanität zu erfüllen."

ono/DPA / DPA