VG-Wort Pixel

Südkorea Frauen verwandeln sich in Kühe: Molkereiunternehmen entschuldigt sich für kontroversen Werbespot

Kühe auf einer Wiese
In dem umstrittenen Werbespot verwandelt sich eine Gruppe Frauen, als sie von einem Mann mit Kamera entdeckt werden, in Kühe (Symbolbild)
© Sina Schuldt / DPA
In einem südkoreanischen Werbeclip verwandeln sich Frauen auf einer Weide in grasende Kühe. Was abstrus klingt, löste Berichten zufolge eine landesweite Debatte über Sexismus und Voyeurismus aus.

Der Werbeclip des südkoreanischen Molkereiriesen Seoul Milk hat Medienberichten zufolge eine landesweite Debatte über Sexismus ausgelöst. In dem Video beobachtet ein Mann heimlich eine Gruppe Frauen auf einer Wiese, die sich, als sie ihn bemerken, in Kühe verwandeln. Das Unternehmen hat sich inzwischen entschuldigt, die Kritik ist dennoch nicht abgeklungen.

Der Werbespot beginnt mit einem Mann, der mit einer Kamera durch einen Wald wandert. Dabei sagt ein Sprecher: "Wir haben es endlich geschafft, sie an einem Ort von makelloser Sauberkeit mit der Kamera einzufangen." In der nächsten Szene versteckt sich der Mann in einem Gebüsch und filmt eine in Weiß gekleidete Gruppe Frauen, die aus einem Bach trinken und auf einer Weide Yoga machen. Als der Mann auf einen Zweig tritt, schrecken die Frauen auf – und verwandeln sich in Kühe. Der Clip endet mit den Worten: "Sauberes Wasser, biologisches Futter, 100 Prozent reine Seoul-Milch. Bio-Milch von einer Bio-Ranch in der schönen Natur von Cheongyang".

Marketingagentur und Darsteller zu Geldstrafen verurteilt

Dass Frauen die Rolle von Vieh einnehmen, hat, so berichtet die britische BBC, landesweit harsche Kritik nach sich gezogen. Als Reaktion entfernte Seoul Milk das am 29. November hochgeladene Video von Youtube – es wurde allerding schnell von Nutzern erneut online gestellt.

Die Seoul Dairy Cooperative, laut dem "Korea Herald" der größte Milchproduzent des Landes, habe sich schließlich in einer Online-Stellungnahme entschuldigt. "Wir nehmen diese Angelegenheit schweren Herzens an und werden sie intern überprüfen und besondere Sorgfalt walten lassen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern" erklärte der Konzern dem "Korea Herald" zufolge.

Der Leiter der Marketingabteilung von Seoul Milk und die Models, die an dem Dreh teilnahmen, wurden laut BBC wegen Obszönität zu einer Geldstrafe verurteilt. Wie der "Korea Herald" berichtet, erklärte ein Beamter der Seouler Molkereigenossenschaft, dass es sich bei der Mehrheit der acht gezeigten Personen um Männer und nicht um Frauen handelte.

Kritiker werfen dem Seoul Milk illegale Praxis "Molka" vor

Doch beschränke sich die Kritik nicht nur auf die Darstellung von Frauen. Zuschauer hätten das heimliche Filmen Mannes mit der illegalen Praxis "Molka" verglichen. Der Begriff setzt sich aus den englischen Worten "mole" (Maulwurf) und "camera" zusammen. Dass Männer Frauen nachspionieren und sie aufnehmen, sei in Südkorea in den vergangenen Jahren zu einem ernsthaften Problem geworden.

Laut BBC ist dies nicht das erste Mal, dass Seoul Milk Negativschlagzeilen macht. 2003 habe das Molkereiunternehmen eine Performance inszeniert, bei der sich nackte Models gegenseitig mit Joghurt bespritzten.

Quellen: Werbeclip Seoul Milk; "BBC"; "Korea Herald"

yks

Mehr zum Thema

Newsticker