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Fukushima: Extrem erhöhte Strahlendosis an Wassertank gemessen

Schlechte Meldungen vom Katastrophenreaktor in Fukushima: Das radioaktiv verseuchte Wasser, das aus undichten Tanks tropft, strahlt stärker als angenommen. Nach vier Stunden wäre die Dosis tödlich.

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat ein Leck in der Anlage gefunden, aus dem stark radioaktiv belastetes Wasser austritt. An einer Leitung zwischen zwei Kühltanks gebe es eine undichte Stelle, teilte das Unternehmen Tepco mit. Etwa alle anderthalb Minuten trete dort ein Tropfen verseuchter Flüssigkeit aus. An vier Stellen rund um Kühltanks sei eine sehr stark erhöhte Radioaktivität gemessen worden, sie sei um das 18-fache gestiegen. Die ermittelten Werte lagen demnach bei 1800 Millisievert pro Stunde. Wenn ein Mensch dieser Strahlung etwa vier Stunden lang ausgesetzt ist, wirkt sie tödlich.

300 Tonnen verseuchtes Wasser ausgetreten

Der Wassertank, in dem kontaminiertes Wasser aus dem Reaktor aufgefangen wird, habe aber kein neues Leck, versicherte ein Tepco-Sprecher. Der Wasserstand sei unverändert. Die höhere Strahlung rühre zum Teil auch daher, dass Experten nun genauere Messinstrumente eingesetzt hätten, räumte der Unternehmenssprecher ein. Dies könnte heißen, dass die Strahlung schon länger deutlich höher ist als angenommen.

Vor wenigen Tagen hatte die japanische Atomaufsicht die Probleme an der Nuklearanlage auf Stufe drei der bis sieben reichenden internationalen Skala für Atomunfälle eingeordnet, was einem "ernsten Störfall" entspricht. Insgesamt waren aus der Anlage rund 300 Tonnen Wasser ausgelaufen, die radioaktiv verseucht waren.

In Fukushima war nach einem Erdbeben und einem Tsunami Mitte März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Tepco kämpft seither mit großen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlungszwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde. Das Unternehmen steht wegen seines Krisenmanagements während und nach der Atomkatastrophe von März 2011 heftig in der Kritik. Der Firma wird vorgeworfen, das Ausmaß der Katastrophe zu vertuschen und die Öffentlichkeit nur häppchenweise zu informieren.

lea/AFP/Reuters / Reuters
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