HOME

Gaspipeline Nord Stream: Erstes Rohr versenkt

Der Bau der Gaspipeline Nord Stream zwischen Russland und Deutschland hat begonnen. Russlands Präsident Dmitri Medwedew will am Freitag der Zeremonie zum Baubeginn beiwohnen.

Der Bau der Gaspipeline Nord Stream zwischen Russland und Deutschland hat begonnen. Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Mitarbeiter des russischen Gasriesen Gazprom berichtete, wurde das Milliardenprojekt unter der Ostsee am Mittwoch (Ortszeit) mit der Verlegung der ersten Röhre in Gang gesetzt. Der russische Präsident Dmitri Medwedew will an der offiziellen Eröffnungszeremonie am Freitag teilnehmen.

Die Planungen für die Pipeline Nord Stream laufen seit Jahren. Sie soll für Westeuropa eine höhere Energiesicherheit gewährleisten. Wiederholt gab es in den vergangenen Jahren Streit um die Lieferung russischen Gases durch eine Transit-Pipeline von Russland über die Ukraine in den Westen.

Das Nord-Stream-Projekt ist auf 7,4 Milliarden Euro veranschlagt. Die Pipeline wird 1220 Kilometer lang sein und vom russischen Wyborg an die deutsche Ostseeküste bei Greifswald führen. Beteiligt sind neben dem Mehrheitseigner Gazprom auch das deutsche Gasunternehmen Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall sowie die niederländische Firma Gasunie. Die Pipeline soll über Hoheitsgebiete von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland verlaufen.

Ende 2011 solle das erste Erdgas durch die Pipeline fließen. Die Abnehmer sitzen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien. Nach der Fertigstellung einer zweiten Röhre sollen 2012 pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Westen gepumpt werden. Das entspricht elf Prozent des Gesamtbedarfs der EU. Nach Angaben von Nord Stream können damit 26 Millionen Haushalte in Europa versorgt werden.

In den vergangenen Jahren hatte Russland wiederholt mit Lieferstopps gedroht und sogar tatsächlich den Gashahn zugedreht, weil die Ukraine ihre russischen Gaslieferungen nicht vertragsgemäß bezahlte. Davon war auch die Lieferung nach Westeuropa betroffen. In den Baltenrepubliken und vor allem in Polen hatte das Nord-Stream-Projekt scharfe Kritik hervorgerufen, weil sie befürchten, dass ihnen der Gashahn zugedreht werden könnte, wenn sie nicht mehr als Transitländer benötigt werden. Bedenken gegen den Bau der Pipeline gibt es auch von Umweltschützern.

AFP / AFP