Gesundheit
Gefährliche Bakterieninfektion kehrt zurück: Tuberkulose auf dem Vormarsch

Röntgenbild Tuberkulose
Tuberkulose attackiert in den meisten Fällen die Lungen. Sie wird per Tröpfcheninfektion von Bakterien übertragen
© Gregor Fischer/ dpa
Tuberkulose ist eine gefährliche Infektion, sie verläuft oft tödlich. Über eine Milliarde Menschen weltweit sind bislang daran gestorben. Nun hat sie ein Comeback.

Die Hoffnungen waren groß, dass Tuberkulose dank des medizinischen Fortschritts zurückgedrängt werden könne, vielleicht sogar ausgerottet. Nun steigen seit einiger Zeit die weltweiten Ansteckungen aber wieder.  Die Krankheit wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis übertragen. Meist durch Tröpfcheninfektion. 1882 wurde sie von Robert Koch wissenschaftlich entdeckt, 1905 erhielt er dafür den Medizin-Nobelpreis. Weil sie im Endstadium den Körper auszehrt, wurde sie Schwindsucht genannt. Über eine Milliarde Menschen sind daran weltweit gestorben – damit ist es die tödlichste Infektionskrankheit. Beim Menschen ist die sogenannte Lungentuberkulose die am häufigsten auftretende Form.

Tuberkulose beginnt meist schleichend

Seltener sind Lymphknoten, Rippenfell, Nieren und Harnröhre, Knochen, Hirnhaut oder andere Organe betroffen. Aber nicht alle Infizierten erkranken auch, größtenteils bekämpft die Immunabwehr die Erreger. Nur bei etwa fünf bis zehn Prozent der jugendlichen und erwachsenen Infizierten mit intaktem Immunsystem bricht die Krankheit aus. Babys und immungeschwächte Personen erkranken dagegen deutlich häufiger. Tuberkulose beginnt oft schleichend. Die Beschwerden unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und halten über Wochen an. Bleibt eine Tuberkulose unbehandelt, verschlechtert sich der Zustand und im schlimmsten Fall sterben Erkrankte. Die Krankheit kann heute mit Antibiotika aber gut behandelt werden.

Trotzdem nun das Wiederaufflammen. Vor allem in den USA steigen seit 2021 die Fälle wieder an. Im Bundesstaat Kansas traten 2024 mindestens 68 aktive Infektionen auf. Insgesamt ist die Zahl der Erkrankungen landesweit innerhalb von vier Jahren um 7,9 Prozent gestiegen, so die US-Gesundheitsbehörde CDC.

Auch in Großbritannien ist Tuberkulose in den vergangenen Jahren wieder vermehrt diagnostiziert worden. Vor zwei Jahren gab es den stärksten Anstieg, seit man die Krankheit in dem Land beobachtet. Experten machen für das Erstarken der Infektionskrankheit auch schlechter werdende Gesundheitsversorgung verantwortlich. Viele verstehen es als frühes Warnsignal, dass die Qualität der medizinischen Versorgung nicht mehr ausreiche. TB, wie Tuberkulose abgekürzt wird, sei auch heute wieder eine Krankheit der sozial Unterprivilegierten. Viele können sich teure Vorsorge und Behandlungen nicht leisten. Außerdem ist in den vergangenen Jahren das grundsätzliche Misstrauen gegen die Medizin gestiegen.

Dass die Trump-Regierung fast alle Fördergelder für Gesundheitsmaßnahmen im Ausland und Entwicklungshilfe gestrichen hat, könnte die Lage zusätzlich verschärfen. Vor allem Afrika könnte so zu einem neuen Hotspot für die Krankheit werden.

akr

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos