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"Angst, blind zu werden": Diese Mail schrieb Lubitz vor dem Todesflug an seinen Therapeuten

Germanwings-Pilot Andreas Lubitz schrieb vor dem verheerenden Todesflug eine letzte Mail an seinen Therapeuten. Sie offenbart seine wahren Ängste.

Andreas Lubitz

Andreas Lubitz

Am 24 März 2015 steuerte Co-Pilot Andreas Lubitz eine Germanwings-Maschine mit 149 Menschen an Bord gegen eine Felswand in den französischen Alpen. Es ist die Amoktat eines psychisch Kranken. Nun wird bekannt, dass Lubitz nur zwei Wochen vor dem Todesflug noch eine letzte Email an seinen Therapeuten schickte. Das geht aus der Ermittlungsakte hervor, die "Bild" vorliegt.

Das Schreiben an den Arzt offenbart die Ängste und innere Verzweiflung, die den depressiven Lubitz plagten. So war Lubitz‘ größte Sorge offenbar, blind zu werden. Lubitz beschreibt in der Mail seine Augenprobleme als Hauptgrund für seinen Stress. "Dadurch dass ich Angst habe, weiter blind zu werden, und die Fixierung auf die Augen weiter besteht, kreisen die Gedanken ständig darum und der Stress erhöht sich, wodurch ich mich nicht mehr dauerhaft zum Schlafen runterfahren kann." Alles drehe sich um die Augen, da ihm die Problematik ständig "vor Augen geführt" werde. "Weiß erscheint nicht mehr als weiß und die Beleuchtung muss schon gut sein, um einigermaßen sehen zu können", schreibt Lubitz.

Andreas Lubitz nimmt immer mehr Antidepressiva

Lubitz setzt zudem zu, dass es für das immer schlechtere Sehen keine originär körperliche Ursache zu geben scheint, wie ihm die Uniklinik Düsseldorf bestätigte. "Laut der Uniklinik liegen keine Befunde vor, die mein verändertes Sehen organisch erklären können", schreibt Lubitz. Dennoch habe sich sein Sehvermögen weiter verschlechtert.

Seit zwei Wochen nehme er nun schon das Antidepressivum Mirtazapin - da sich bei 15 Milligramm keine Wirkung eingestellt habe, nehme er nun die doppelte Dosis. Das hilft allerdings offenbar wenig: "Mit der höheren Dosis bin ich eher unruhiger und habe manchmal auch etwas Panik in Bezug auf die Augen." Auch das Schlafen habe sich nicht verbessert und es gebe weiterhin Nächte, in denen er gar nicht schlafe.

"Wenn die Augen nicht wären, wäre alles gut"

Lubitz hat sich offenbar darauf versteift, dass die Augenprobleme die Ursache all seiner Probleme sind. "Ich halte weiter an der Augenproblematik fest und sage ganz klar ‘Wenn die Augen nicht wären, wäre alles gut‘. Eigentlich gibt es keinen Grund sowas jetzt zu haben."

Gegen Ende der Mail fragt Lubitz seinen Arzt nach möglichen weiteren Behandlungsmöglichkeiten. Man habe ja über einen Psychologen gesprochen, aber mit einem tiefenpsychologischen Ansatz fühle sich Lubitz unwohl und missverstanden. "Natürlich lassen sich  im letzten Jahr Auslöser finden, die aufgearbeitet werden können, aber ich bräuchte dringend Hilfe dabei Schlaf zu finden, den Stress zu reduzieren und für den Moment mit den Augen umgehen zu können." Ob er nicht ein anderes Mittel nehmen könne, um zur Ruhe zu kommen? Das Schreiben schließt mit den Worten: "Wir würden uns über eine Antwort von Ihnen freuen und kommen auch gerne nochmal persönlich vorbei."

Laut den Akten, aus denen "Bild" zitiert, war Lubitz in den Monaten vor der Tat bei 41 Ärzten, von denen viele eine psychische Erkrankung erkannten. Sein Hals-Nasen-Ohren-Arzt soll laut zwei Tage nach dem Absturz der Polizei gesagt haben: "Ich hatte nicht den Eindruck, dass er in Krisensituationen ein Flugzeug sicher fliegen kann.“

bak
Themen in diesem Artikel
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?