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Joseph-König-Gymnasium in Haltern: Schule gedenkt mit Todesanzeige der Absturzopfer

Schüler vermissen ihre Freunde, Lehrer ihre Kollegen: Nach dem Absturz des Germanwings-Fluges, bei dem 18 Schüler und Lehrer starben, gedenkt das Joseph-König-Gymnasium der Opfer mit einer Anzeige.

Schüler trauern vor dem Joseph-König-Gymnasium im westfälischen Haltern

Schüler trauern vor dem Joseph-König-Gymnasium im westfälischen Haltern

Blumen liegen auf den Treppenstufen vorm Eingang, unzählige Kerzen brennen, dazwischen Schilder mit Fragen wie "Warum?" und Fotos von den Verstorbenen. Schüler und Lehrer stehen vor dem Gebäude, nehmen sich in den Arm, spenden sich gegenseitig Trost. Das Joseph-König-Gymnasium im westfälischen Haltern ist ein Ort der tiefen Trauer geworden. 16 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen starben bei dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen.

Auf ihrer Homepage erinnert die Schule an die Verunglückten. In einer Anzeige werden alle 16 Schüler und die beiden Lehrerinnen mit ihren Namen genannt. Schulleitung, Schüler-,Lehrer und Elternvertreter drücken ihre Fassungslosigkeit über das Unglück aus. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Eltern sowie allen Angehörigen und Freunden. Wir sind fassungslos und unsagbar traurig."

Einen Tag zuvor hatte die "Halterner Zeitung" mit einer Traueranzeige den Opfern gedacht.

Die Jugendlichen befanden sich auf dem Rückweg von einem Schüleraustausch. Insgesamt eine Woche waren die Schüler zu Besuch in Barcelona. 40 Schülerinnen und Schüler hatten sich ursprünglich dafür beworben. Wer mitdurfte, wurde per Losverfahren entschieden.

Auf der Anzeige werden alle Opfer namentlich aufgeführt

Auf der Anzeige werden alle Opfer namentlich aufgeführt

Der Seelsorge-Koordinator in Haltern glaubt, dass es noch lange dauern wird, bis das Gymnasium wieder zum Alltag zurückfinden kann. "Es muss sich zeigen, ob die Osterferien wie eine Erholung wirken und die Menschen zu Kräften kommen können, oder ob die zwei Wochen nur eine Überbrückung des Grauens sind. Das wird ganz unterschiedlich sein", sagte Ingo Janzen, Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge in Haltern. In Nordrhein-Westfalen beginnen am Freitag die Osterferien.

35 Notfallseelsorger im Einsatz

"Nach dem ersten Schock am Dienstag setzt nun das Wahrnehmen und Erkennen ein", sagte Janzen, der als Pfarrer bis vor zwei Jahren in Haltern am See tätig war. "Wir können ihnen nur beistehen, eine Schulter bieten. Wenn der Tod ins Leben tritt, muss man wieder Schritte ins Leben finden". Ins Gespräch zu kommen, könne dabei eine wichtige Hilfe sein.

Um "Erste Hilfe für die Seele" zu leisten, seien seit dem Unglück am Dienstag zunächst 20, später 35 Notfallseelsorger der Kirchen an der Schule und in der Stadt im Einsatz, sagte Janzen. Gemeinsam mit Psychologen und Opferschützern der Polizei bieten sie den Angehörigen, Mitschülern, Lehrern und Freunden der Verunglückten ihren Beistand an. Bis mindestens Freitag wollen sie in Haltern präsent sein.

jek/DPA / DPA
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