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Bitterböser Nachruf: "Er lebte 29 Jahre länger als erwartet und deutlich länger als verdient"

Über Tote soll man nicht schlecht reden, heißt es. Eine Familie aus Texas tat es nun trotzdem. Sie nutzte den Nachruf für den verstorbenen Vater als letzte Abrechnung - und zog so hart wie lustig über ihn her. Aus guten Gründen.

Eine Familie am Grab, die Mutter ärgert sich offensichtlich

Eine Beerdigung wird Leslie Ray C. laut seinem Nachruf nicht bekommen

In einem Nachruf nimmt eine trauernde Familie Abschied und erinnert sich der positiven Eigenschaften des Verstorbenen - normalerweise. Eine Familie aus Texas war dagegen wohl ziemlich erleichtert als Vater Leslie Ray C. mit 76 Jahren starb - und nahm ihn in der Todesanzeige noch einmal richtig auseinander.

"Leslie Ray C. hinterlässt zwei erleichterte Kinder, sechs Enkel und unzählige weitere Opfer inklusive seiner Ex-Frau, Freunden, Nachbarn, Ärzten, Pflegerinnen sowie wildfremde Personen", heißt es in dem gnadenlosen Nachruf. "Er lebte 29 Jahre länger als erwartet und deutlich länger als verdient."

Drogen, Trinken, Gewalt

"Schon in jungen Jahren entwickelte er sich zu einem Musterbeispiel schlechter Elternschaft, kombiniert mit Problemen der geistigen Gesundheit und einer absoluten Hingabe zum Saufen, Drogen, Herumvögeln und genereller Ausfälligkeit."

Zu Leslies Hobbies zählte es demnach unter anderem seine Familie zu misshandeln, die Haustiere in den Himmel zu schicken und zu angeln, wobei er hier weniger talentiert gewesen sei als bei den ersten Beispielen. "Sein Leben hatte keinen weiteren erkennbaren Zweck, er trug nicht zur Gesellschaft oder Gemeinde bei und besaß keine positiven Eigenschaften, außer einem scharfen Sinn für Sarkasmus, der durchaus unterhaltsam war, wenn er mal nüchtern blieb."

"Sein Tod beweist, dass das Böse sterben kann"

Dass die Familie ihn nicht vermissen wird, kann man schon herauslesen. Sie betont es trotzdem noch einmal: "Er wird nur für das vermisst, was er nie war: ein liebender Ehemann und Vater und ein guter Freund." Eine Beisetzung falle deswegen genauso aus, wie Gebete für seinen ewigen Frieden - oder die Entschuldigungen für seine "gefolterte" Familie. Beerdigt wird er deshalb auch nicht. Seine Asche soll aufgehoben werden, bis der Streubelag im Stall des nach ihm benannten Esels aufgebraucht ist. Dort werde auch die Urne aufbewahrt.

Ein Gutes sieht die Familie aber dann doch: "Leslies Tod beweist, dass das Böse tatsächlich sterben kann, und ist hoffentlich der Beginn einer Zeit der Heilung und der Sicherheit für alle."

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Gewalt verschwindet nicht, wenn man sie verschweigt

Ihr Vater hätte es so gewollt, ist die Tochter im Gespräch mit dem Fernsehsender "ABC13" überzeugt. "Ich liebte meinen Vater, und sein Tod wäre nicht einfacher gewesen, wenn er ein guter Vater gewesen wäre. Als jemand, der Lügner hasste, hätte er unsere Ehrlichkeit zu schätzen gewusst." Sie entschuldige sich bei jedem, dem ihr Vater weh getan hätte. "Es wäre falsch, ihn als etwas darzustellen, das er nicht war." Schließlich verschwinde häusliche Gewalt nicht, nur weil man nicht darüber spreche.

Für die vielen Reaktionen ist sie dankbar. "Ich freue mich für jeden, der diesen Nachruf nicht verstehen kann. Das bedeutet, ihr hattet eine gute Kindheit." Auch die Sorgen um sich und ihre Familie weiß die Tochter zu schätzen. "Sie hätten nur mehr geholfen, als ich noch ein Kind war."

mma
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