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Hashtag #roofbreakup: Trennungsdrama live auf Twitter

Unfreiwillig belauschte ein US-Comedian das Trennungsgespräch seiner Nachbarn - und protokollierte es live auf Twitter. Plötzlich waren Tausende Zeugen des intimen Gesprächs, das kein gutes Ende nahm.

Ich spreche doch nicht auf einem Dach in Brooklyn über Liebe!" US-Comedian Kyle Ayers ließ dieser Satz aufhorchen. Eigentlich war er nur auf das Dach gekommen, um die Aussicht zu genießen. Unfreiwillig wurde er dann aber Zeuge eines Streit- und schließlich Trennungsgesprächs zwischen einer jungen Frau und einem jungen Mann. Während sie, von Ayers "girl" genannt, die Beziehung in geordnetere Bahnen lenken wollte, wollte er, "guy", am liebsten gar nicht darüber sprechen.

Ayers tat, was er als Komiker tun musste: Er protokollierte das Gespräch unter dem Hashtag #roofbreakup live für seine Follower und landete damit einen Twitter-Hit.

Ausgangspunkt des Streitgesprächs scheint ein Problem gewesen zu sein, das sich den meisten Paaren früher oder später stellt: die Frage nach der gemeinsamen Zukunft. "Ich will gar keine Ehe," wird sie bzw. "girl" von Ayers zitiert, "ich will nur die Stufe darunter!" Aber selbst das scheint er nicht zu wollen. Wenige Minuten später setzt sie ihm die Pistole auf die Brust: "Werden wir zusammen leben?" Aber er bzw. "guy" scheint sich einfach nicht festlegen zu wollen. Er windet sich aus der Nummer raus: "Schau Rachel," - jetzt hat "girl" auch einen Namen - , "ich bin nicht der Typ, der Etiketten verpasst. Das wusstest du."

Aber es geht nicht nur um die unterschiedlichen Zukunftsvisionen. Auch jemand Drittes scheint im Spiel zu sein. Immerhin bekommt "guy" ständig SMS von einer fremden Nummer – und das sogar während des Gesprächs. Seine Erklärung: Es soll sich dabei um jemanden handeln, den er von der Arbeit kennt. An dieser Geschichte zweifelt aber nicht nur Rachel. Auch die Twitter-User, die das Gespräch gebannt verfolgen und kommentieren, kaufen "guy" diese Ausrede nicht ab. So zum Beispiel Martha, die ebenfalls in New York lebt: "An einem Samstagabend? Wohl kaum, Rachels Ex-Freund."

Ayers’ Anwesenheit bleibt nicht unbemerkt. "Ich glaube nicht, dass wir das alles jetzt hier oben besprechen müssen, mit diesem Typ der da drüben rumhängt." "Ach der," entgegnet Rachel, "der sitzt da an seinem Scheißtelefon und interessiert sich doch gar nicht für uns! Beantworte meine Frage!" Ayers selbst kommentiert dies mit einem hämischen "hahahahahahaha". Dass ihr Gespräch gerade live ins Internet übertragen wird, damit rechnen die beiden wohl am wenigsten.

Wenig später scheint die Trennung unausweichlich. Sie will Antworten. Er will sich nicht festlegen. Sein piepsendes Handy kündigt neue Nachrichten an. Rachel ist am Ende ihrer Kräfte und ihres guten Willens: "Ich kann nicht mehr. Du verschwendest meine Zeit." Auch seine Kraft scheint aufgezehrt, das Gespräch hat ihn hungrig gemacht. "Ich will jetzt ja nicht das Thema wechseln, aber bestellen wir Pizza oder was?" Rachel entgegnet schlagfertig, er solle doch mit besagter Person von der Arbeit Pizza essen gehen, und erntet vielfach Zustimmung aus der Community.

Was aus den beiden schließlich geworden ist, bleibt offen. Laut Ayers' Tweet in Form einer Regieanweisung verlässt Rachel den Ort des Geschehens. Auf die Nachfrage, was das bedeuten soll, sagt sie "Es bedeutet, verflucht was auch immer es bedeutet, ich bin müde." Sie verschwindet im Treppenhaus, er zieht an seiner Zigarette und blickt auf die Skyline. Er holt sein Handy aus der Tasche und beginnt zu tippen.

Ayers sieht seine Aufgabe hier beendet. Ein paar seiner Follower wollen nicht glauben, dass es vorbei ist, die meisten aber danken ihm für die Abendunterhaltung: "Danke, das war befreiend." Versehen ist dies mit dem Hashtag #TeamRachel – ein Team, das an diesem Abend mehr Anhänger gefunden haben dürfte als die gegnerische Mannschaft.

Sabine Schaper
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