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Hitze am Siebenschläfertag: Der Zick-Zack-Sommer

Pünktlich zum Siebenschläfertag beschert Hoch Gertraud Deutschland schönstes Sommerwetter. Doch das wird nicht sieben Wochen halten.

Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt." Wenn diese Bauernregel tatsächlich zuträfe, dann dürfte Deutschland sich im Juli und August auf schönstes Sommerwetter freuen. Der Siebenschläfertag am Montag war der bisher heißeste Tag des Jahres, auf bis zu 34 Grad kletterte das Thermometer. Am Dienstag bringt Hoch Gertraud noch mehr Hitze - regional werden Spitzentemperaturen von 37 Grad erwartet.

Doch so einfach lässt sich die Bauernregel nicht auf die Realität anwenden. Wetterexperten sind sich einig: Eine lang andauernde Hitzewelle wird es in diesem Sommer eher nicht geben. "Erste Schauer und heftige Gewitter erwarten wir nicht vor Dienstagabend", sagt der Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net, Tief Ianto bringt dann besonders im Osten Gewitter mit Sturm und Hagel. Bereits am Mittwoch wird es im Westen mit 18 bis 25 Grad deutlich frischer, ab Donnerstag ist die schwül-heiße Luft dann komplett abgezogen.

Sommerwetter weiter auf Zick-Zack-Kurs

Richtig heiß wird es zumindest in der zweiten Wochenhälfte nicht mehr. Am Donnerstag regnet es im Osten noch, im Westen gibt es nachmittags Quellwolken mit örtlichen Schauern oder kurzen Gewittern. Hoch Hildegard beschert uns bis Sonntag angenehme 18 bis 25 Grad. Wie es danach weitergeht, ist noch ungewiss.

Generell gilt jedoch: Am meteorologischen Auf und Ab der vergangenen Wochen wird sich wohl auch in der nächsten Zeit nichts ändern. "Auf einige heiße Tage folgt rasch die Abkühlung. Im Übergang ist häufig mit starken Schauern und Gewittern zu rechnen", fasst Wetterexperte Jung die Aussichten zusammen.

Für Süddeutschland besteht Hoffnung

Trotz des erwarteten sommerlichen Zick-Zack-Kurses ist die Siebenschläferregel aber nicht völlig aus der Luft gegriffen. Zumindest für Süddeutschland trifft die Voraussage in 60 bis 70 Prozent der Jahre zu, meint Thomas Ruppert, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Das liege daran, dass sich die Strömungsmuster in der Atmosphäre um diese Jahreszeit stabilisieren. Etwas Hoffnung auf einen langen, warmen Sommer bleibt also – zumindest für den Süden des Landes.

Seinen Namen hat der Siebenschläfertag übrigens von einer Legende über sieben schlafende Jünglinge. Im Jahr 251 sollen sie während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle nahe der griechischen Stadt Ephesos geflohen sein. Dort wurden sie von ihren Häschern eingemauert. Nach 195 Jahren zufällig entdeckt, erwachten sie wieder am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt - und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

mlr/DPA / DPA