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Wirbel um Anzeigenmotiv H&M entschuldigt sich für Kampfanzug


Werbung mit einem Model, dessen Kleidung den Uniformen kurdischer Kämpferinnen ähnelt, hat H&M viel Kritik beschwert. Nun entschuldigt sich der Konzern: Jede Ähnlichkeit sei unbeabsichtigt.

Ihre Uniformen haben Wiedererkennungswert: Ein olivgrüner Overall, darüber eine Weste – und meistens ein Gewehr in der Hand. In Syrien kämpfen auch Frauen gegen den Islamischen Staat (IS). Ihre eigentlich funktionale Kampfausrüstung hat etwas Ikonisches.

Genau deswegen ist nun H&M in die Kritik geraten: In seiner aktuellen Kollektion hat der schwedische Modekonzern mehrere Einteiler im Angebot, sogenannte Jumpsuits. Einer davon ähnelt der Uniform, die Frauen in den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) tragen. Ein Anzeigenbild, auf dem ein Model den besagten Jumpsuit mit einem braunen Gürtel in der Taille trägt, hat heftige Diskussionen bei Facebook und Twitter ausgelöst. Der Modehersteller missbrauche den Wiedererkennungswert der Kampfausstattung zu Werbezwecken, lautet ein häufig geäußerter Kritikpunkt.

Dadurch würde der Einsatz der Frauen im Kampf gegen IS auf ihre Kleidung reduziert anstatt ihn gebührend zu würdigen. In den bewaffneten Volksschutzeinheiten kämpfen viele Frauen. Am Sonntagabend hat eine Kurdin südlich der umkämpften Stadt Kobane als erste Frau einen Selbstmordanschlag auf IS-Kämpfer verübt. Dabei sollen 16 Dschihadisten getötet worden sein.

H&M: Farbe und Schnitt sind angesagt

Die Ähnlichkeit sei unbeabsichtigt, gab H&M nun einem Bericht der britischen Daily Mail zufolge bekannt. Der Overall gehöre zu einer khakifarbenen Kollektion, einer der im Herbst und Winter besonders angesagten Farben. Sollte sich jemand durch das Kleidungsstück verletzt fühlen, bedauere man dies sehr, wird eine Pressesprecherin zitiert. Die Meinung der Kunden sei dem Unternehmen sehr wichtig und man werde die Kritik bei kommenden Kollektionen beachten.

haw

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