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Klimabericht Sommer der Extreme in Europa: Im Norden zu feucht im Süden zu heiß

Zerstörung an der Ahr in Rheinland-Pfalz
Auch so können Auswirkungen eines Rekordsommers aussehen: Während Südeuropa mit Dürren zu kämpfen hatte, war es im Norden Europas zu feucht, was Hochwasser wie an der Ahr begünstigte
© Boris Roessler / DPA
Zerstörerische Waldbrände im Süden, Überschwemmungen in Nordeuropa: Der Sommer war geprägt von Naturkatastrophen. Wie das Erdbeobachtungsprogramm der EU mitteilte, war es der heißeste Sommer aller Zeiten.

Rekordtemperaturen jenseits der 40 Grad-Marke und zerstörerische Waldbrände: Das Copernicus-Programm der Europäischen Union (C3S) hat festgestellt, dass die vergangenen drei Monate die wärmsten jemals aufgezeichneten Monate waren. Zwar lag die Durchschnittstemperatur mit 0,1 Grad nur knapp über dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019, der Aufwärtstrend des Klimawandels ist dennoch klar spürbar.

Im Vergleich zum Temperatur-Median der Jahre 1991 bis 2000 war es knapp ein Grad wärmer. Zudem verwies das C3S auf die Temperatur-Rekorde im August und die verheerenden Waldbrände in Südeuropa. Der Sommer 2021 sei mit den gemessenen Temperaturen noch wärmer gewesen als die bisherigen Rekord-Sommer 2010 und 2018, teilte das Programm mit. 

Das C3S beschrieb in seinem Bericht zudem die teils starken regionalen Unterschiede. Während die Temperaturen in Nordeuropa sogar unter dem Durchschnitt lagen, hatten der Osten und der Süden des Kontinents mit einer andauernden Hitzewelle zu kämpfen. 

Klimawandel sorgt für Sommer der Extreme

"Während der Hitzewelle in Südeuropa wurde am 11. August eine Temperatur von 48,8 Grad auf Sizilien gemessen", teilte das C3S weiter mit. Wenn dieser Wert von der Weltorganisation für Meteorologie bestätigt würde, handele es sich um die höchste jemals in Europa gemessene Temperatur.

Die Hitzewelle, die auch Griechenland und die Türkei erfasst hatte, habe die günstigen Voraussetzungen für die starken Brände in diesen Regionen bereitet. Das C3S betont dazu: "Der Klimawandel bedeutet, dass diese gefährlich hohen Temperaturen europäische Städte häufiger treffen werden."

Im Norden Europas war es dagegen deutlich feuchter als in den vergangenen Jahren. Eine Bedingung, die Hochwasserkatastrophen wie die in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz begünstigten.

Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Er stützt sich auf Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus sowie Modellrechnungen. Seine Aufzeichnungen gehen bis ins Jahr 1979 zurück.

Quellen:Copernicus Tagesschau


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