Immer wieder versuchen Schmuggler, Tiere illegal über Ländergrenzen zu transportieren. Dafür lassen sie sich perfide Wege und Verstecke einfallen. In Kolumbien wurde nun ein besonders grausamer Fall von Tierhandel aufgedeckt. Ein Paar soll versucht haben, drei kleine Affen in die Dominikanische Republik zu bringen – versteckt in der Unterwäsche. Eines der Tiere, ein Brüllaffe, überlebte den Transport offenbar nicht. Die kolumbianischen Behörden gehen davon aus, dass das Tier erstickt sei.
Die 27-jährige Frau und der 26 Jahre alte Mann fielen Sicherheitskräften am Flughafen von Cartagena wegen ihrer auffälligen Körperhaltung auf. Die Beamten kontrollierten das Paar genauer und entdeckten dabei einen Brüllaffen sowie zwei Weißgesicht-Kapuzineräffchen, die eng am Körper der Verdächtigen versteckt waren. Fotos der Behörden zeigen die Affen verängstigt und geschwächt.
Affen in Unterwäsche versteckt – Tiere in kritischem Zustand
Nach Angaben der örtlichen Umweltbehörde EPA waren die Tiere „unterernährt und stark dehydriert“. Die beiden überlebenden Affen werden inzwischen tiermedizinisch versorgt und sollen mehrere Monate in einem Pflegezentrum bleiben, bevor sie möglicherweise wieder in ihrem natürlichen Lebensraum ausgewildert werden können.
Weißgesicht-Kapuzineraffen gelten auf dem weltweiten Schwarzmarkt als besonders gefragt. Der „New York Post“ zufolge bringe ein Tier bereits über 1,2 Millionen Euro ein. Hintergrund sei die hohe Nachfrage nach exotischen Primaten als Haustiere. Beide entdeckten Affenarten stehen in Kolumbien unter Artenschutz.
Kolumbien: Schmugglern droht langjährige Haftstrafe
Das mutmaßliche Schmuggler-Paar wurde noch am Flughafen festgenommen. Ihm wird Wildtierhandel und die illegale Ausbeutung natürlicher Ressourcen vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu elf Jahre Haft. Die kolumbianische Nationalpolizei kündigte unterdessen an, die Kontrollen an Flughäfen weiter zu verschärfen.