Barsinghausen
Frau tot und 13-jährige Tochter in Lebensgefahr – Mann festgenommen

Bestatter verlassen mit einem Sarg ein Einfamilienhaus in Barsinghausen (Region Hannover), während Mitarbeiter der Spurensicherung anwesend sind
Bestatter verlassen mit einem Sarg ein Einfamilienhaus in Barsinghausen (Region Hannover), während Mitarbeiter der Spurensicherung anwesend sind
© Moritz Frankenberg / DPA
Nach einer Bluttat in Barsinghausen bei Hannover ist eine Frau gestorben, die 13-jährige Tochter schwebt in Lebensgefahr. Ihr 15-jähriger Bruder wählte den Notruf.

Ermittler in weißen Anzügen und mit blauen Handschuhen, ein lila-weiß blühender Magnolienbaum vor der Haustür, rot-weißes Flatterband um den Tatort, im Garten des Hauses stehen verlassen eine Schaukel und ein Bobbycar: Nach dem tödlichen Angriff auf eine 38 Jahre alte Frau in Barsinghausen in der Region Hannover ist das Motiv des dringend tatverdächtigen Partners der Toten weiter unklar.

Die Spurensicherung dauerte auch viele Stunden nach der Tat noch an. Ermittler in weißen Schutzanzügen arbeiteten in dem Einfamilienhaus und im Garten, teils auch mit 3D-Scannern zur Dokumentation des Tatorts. Der Bereich war weiträumig mit Flatterband abgesperrt. Am Vormittag trugen in schwarz gekleidete Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens einen hellen Sarg aus dem Haus.

Die Frau war in der Nacht zu Montag so schwer verletzt worden, dass sie trotz Reanimationsversuchen starb. Die gemeinsame Tochter von mutmaßlichem Täter und Todesopfer wurde lebensgefährlich verletzt und befindet sich nach Angaben der Polizei weiterhin in diesem Zustand. Neue Informationen zum Gesundheitszustand der 13-Jährigen gebe es bislang nicht, sagte ein Sprecher.

Fünf Kinder befanden sich zur Tatzeit im Haus

Dringend tatverdächtig ist der 49 Jahre alte Partner der Frau. Einsatzkräfte nahmen ihn noch vor dem Haus widerstandslos fest. Der Mann wird laut Polizei wegen leichter Verletzungen medizinisch behandelt. Eine Vorführung vor einen Haftrichter ist nach Angaben eines Sprechers für Dienstag geplant.

In dem Haus befanden sich zur Tatzeit insgesamt fünf Kinder im Alter von 15, 13, 10, 6 und 2 Jahren. Der 15-Jährige hatte gegen 2.10 Uhr den Notruf abgesetzt und die Polizei alarmiert. Neben der lebensgefährlich verletzten 13-Jährigen blieben die anderen vier Kinder körperlich unversehrt. Sie werden inzwischen vom Jugendamt betreut und erhalten Unterstützung.

Noch viele Fragezeichen in dem Fall

Viele zentrale Fragen sind weiterhin offen und Gegenstand der Ermittlungen. So machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben dazu, wie die Frau und das Mädchen verletzt wurden. Details dazu würden derzeit bewusst nicht veröffentlicht, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Unklar ist auch das Motiv der Tat. Die Ermittler bestätigten, dass zwischen dem Tatverdächtigen und dem Opfer eine Partnerschaft bestanden habe. Ob die beiden verheiratet waren, blieb zunächst unklar.

Spurensicherung und Ermittlungen in Barsinghausen

Auch zu einem möglichen Tatablauf liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Polizei wertet Spuren und Zeugenaussagen aus, darunter auch die Angaben des 15-jährigen Sohnes, der den Notruf abgesetzt hatte. Der Zentrale Kriminaldienst Hannover ermittelt wegen eines Tötungsdelikts. Die Spurensicherung und die weiteren Ermittlungen dauern an.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert und mit neuen Bildern und Informationen ergänzt.

DPA
geo/ari/tkr/Leonard Fischer

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