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Modedroge unter Jugendlichen 63 tödliche Unfälle in drei Jahren: Niederlande verbieten Lachgas

Ein Straßenhändler verkauft mit Lachgas gefüllte Luftballons
Ein Straßenhändler verkauft mit Lachgas gefüllte Luftballons (Archivbild)
© Annette Birschel / DPA
Die Niederlande verbieten ab 2023 den Besitz und Verkauf von Lachgas. Es werde auf die Liste der verbotenen Rauschmittel aufgenommen. In den vergangenen Jahren hatte sich das Gas insbesondere unter Jugendlichen zur Modedroge entwickelt.

Die Niederlande setzen Lachgas auf die Liste der verbotenen Rauschmittel. Ab 1. Januar 2023 werde der Besitz und Verkauf des zur Gruppe der Stickoxide gehörenden Gases verboten, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend in Den Haag mit. Ausnahmen gelten für medizinische und technische Zwecke. So dürfen Ärzte das Gas als leichtes Betäubungsmittel einsetzen. Und Privatpersonen noch kleine mit Lachgas gefüllte Patronen kaufen etwa für Schlagsahne-Spender.

Missbrauch als Rauschmittel: Niederlande verbieten Lachgas

Der Missbrauch von Lachgas als Rauschmittel hat nach Angaben des Ministeriums in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Bei Schülern ist es Untersuchungen zufolge die meist konsumierte Droge. Lachgas habe aber "große Gesundheitsrisiken", warnte das Ministerium. Auch habe die Zahl der schweren Verkehrsunfälle stark zugenommen, bei denen der Fahrer Lachgas inhaliert hatte. Wie der "Guardian" berichtet, zählte die niederländische Regierung in den vergangenen drei Jahren mehr als 1800 dieser Unfälle – 63 davon mit tödlichem Ausgang.

Vor allem junge Leute inhalieren Lachgas mit Luftballons. Die meisten Nutzer geben an, dass sie zwei oder drei Ballons am Abend inhalieren. Doch Forscher berichten auch, dass manche pro Abend das Gas aus Dutzenden Ballons konsumierten. Das Gas führt zu einem kurzen Rausch, kann aber Nervenschäden verursachen. Vor allem nach großen Mengen stellten Neurologen auch schwere Lähmungen fest bis zu Querschnittslähmungen. 

Seit Jahren hatten Polizei und Kommunen ein solches Verbot gefordert. Durch das Verbot kann die Polizei eingreifen, wenn sie große Gasflaschen in Autos entdecken.

Quelle: DPA, Guardian

pgo DPA

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