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Der 10. Tag im RTL-Dschungel: Lachgas für alle

Das Küken ist weg, die Dschungelnackte auch, und der Rapper windet sich in Schmerzen. Aber die Musik war gut. Sechs weitere Tage sollen sich die Kandidaten im australischen Busch noch zum Affen machen. Und Deutschland hat bereits aufgegeben.

Von Sophie Albers

Junge Frau am Mobiltelefon in der Ubahn: "Ich kann heute nicht zum Yoga, ich guck Dschungelcamp". Unterhaltung zwischen zwei älteren Damen im Restaurant: "Warum guckst du dir das an?" "Fremdschämen? Irgendwann will man wissen, wer raus muss." Dabei müssten sie nicht mal gucken: Kaum ein Medium dieses Landes lässt sich das Update aus dem Dschungelstudio entgehen, kaum ein Bürger, der die "Stars" der dritten Staffel nicht beim Vornamen kennt. Und im Feuilleton erklärt ein Soziologe, dass Sendungen wie "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" die "soziale Intelligenz" förderten, schließlich gehe es um die Vermittlung moralischer Tugenden. "Unterschichtenfernsehen" war gestern. Passenderweise hieß die Sendung vor der grünen Show "Die Weisheit der Vielen". Ein Narr, der glaubt, fünf Millionen könnten irren. Das musste auch Günther Jauch lernen.

Also her mit der Zusammenfassung: Der zehnte Tag im Camp beginnt mit der leider unbeschreiblichen Trauer über das vorzeitige Ausscheiden von Lisa Bund, die offenbar weder an einer Blinddarmentzündung noch einer Gastritis, sondern seelischen Problemen leidet, weil sie "so tolle Erinnerungen mitgenommen hat". Anschließend zeigt Barbara Herzsprung den Yoga-Baum: "Schau ins Licht, atme durch die Nase und nicht zu viel denken." Gerne doch.

Prüfung des Tages ist der "Höllische Hurrikan", dem sich Michaela Schaffrath, Björn Hergen Schimpf, Isabel Edvardson und DJ Tomekk stellen. Offenbar in Erinnerung an Heiligendamm werden die Kandidaten auf der Jagd nach den Essens-Sternen von Wasserwerfern beschossen. Dabei erweist sich der Rapper als wenig demotauglich. Er wird am Rücken getroffen und "schwitzt vor Schmerzen". Dr. Bob vermutet einen Hexenschuss und verabreicht ihm etwas Ähnliches "wie Lachgas". "Ladies und Gentlemen, ich bin verletzt worden", verkündet der Mann, der sich als sexsüchtiger Schläger beworben hatte. "Ihr müsst ihm die Hose ausziehen, die ist ganz nass", sagt Schaffrath, und Tomekk bittet um Lachgasnachschub.

Julia musste raus

Dann kommt eine Python vorbei, Julia Biedermann wird rausgewählt, worüber sie nicht wirklich unglücklich zu sein scheint, und Die Sterne singen: "Warst du nicht fett und rosig/ warst du nicht glücklich/ bis auf die Beschwerlichkeiten/ Mit anderen Kindern streiten/ Mit Papa und Mama/ Wo fing das an und wann, was hat dich irritiert/ Was hat dich bloß so ruiniert?"

Genau das wird sich auch Jauch gefragt haben, denn die Dschungelshow-Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow haben das Unmögliche geschafft und den TV-Obermacker ziemlich dumm aussehen lassen: Der hatte am Ende besagter Wissens-Show ausgerechnet nach Australien geschaltet und wohl gedacht, er könne eine schnelle Pointe auf Kosten der Busch-Insassen kassieren. Doch falsch gedacht.

Als "Dickie" plötzlich grantig wurde

Wie viele Zähne sein Showgast, der Alligator Giorgio, denn habe, fragte Jauch die Kollegen down under, während er neben der wenig beeindruckenden Echse kniete. "Wir haben hier keine Alligatoren, nur Krokodile, Herr Jauch", zischte sogleich sehr böse der sonst so mopsfidele Bach. Da blieb Jauch besser erst einmal unten. Da, wo die Zuschauer sind.