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Frankreich Partydroge Lachgas – Müllverbrennungsanlagen fürchten Explosionen

Tanzende Menschen in einem Club
Schon seit Jahren wird Lachgas als Partydroge missbraucht, die Wirkung hält nur kurz an, die gesundheitlichen Gefahren aber sind enorm (Symbolbild)
© Felix Kästle / DPA
In Frankreich wird Lachgas gern als Partydroge genutzt. Das ist nicht gerade gesund und wird zunehmend auch zum Sicherheitsproblem – wenn Lachgas-Behälter achtlos in den Müll geworfen werden.

Lachgas ist in Frankreich besonders während der Corona-Pandemie beliebt geworden. Ein gefährlicher Trend – nicht nur für die Gesundheit. Das Gas und dessen Behälter werden mehr und mehr zum Sicherheitsrisiko, was enorme Kosten verursacht.

Denn Kartuschen und Flaschen des als Partydroge genutzten Lachgases machen zunehmend in französischen Müllverbrennungsanlagen Probleme, wie jetzt in den Medien des Landes diskutiert wird. Immer wieder komme es in den Verbrennungsöfen zu Explosionen, wenn die nicht komplett entleerten Behälter achtlos mit dem Hausmüll entsorgt werden, berichtete die Zeitung "Le Parisien".

Lachgas wird auch zum Aufschäumen von Sprühsahne verwendet

Der Konsum von Lachgas sei in Frankreich kein neues Phänomen, berichtet der "Deutschlandfunk". Die Kartuschen seien einfach zu kaufen – sie werden unter anderem für Sprühsahne benutzt.

Lachgas oder auch Distickstoffoxid ist farblos und riecht süßlich. Es wird in der Medizin und in der Industrie eingesetzt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist es bekannt als Mittel, das bei Zahnbehandlungen Schmerzen betäubt. Zudem wird Lachgas auch als Treibgas in Spraydosen eingesetzt – und eben auch als Aufschäummittel in Sahnespenderkapseln.

In den Müllverbrennungsanlagen sind weitreichende Arbeiten nötig, wenn Kartuschen explodiert sind: Für die Reparatur müssten die Öfen heruntergefahren werden, sagten mehrere Betreiber von Müllverbrennungsanlagen zu "Le Parisien". Allein ein solcher Betriebs-Stopp schlage mit 50.000 Euro zu Buche. Unter normalen Umständen werden die Anlagen nur einmal im Jahr für eine mehrwöchige Wartung außer Betrieb genommen.

Viele Behälter landen achtlos im Müll

Schon seit Jahren wird Lachgas als Partydroge missbraucht, die Wirkung hält nur kurz an, die gesundheitlichen Gefahren aber sind enorm. Insbesondere während des Corona-Lockdowns habe in Frankreich offenbar der Lachgas-Konsum zugenommen, schlossen die Müllverbrenner aus den gehäuften Problemen mit leeren Flaschen in den Verbrennungsöfen in dieser Zeit.

Dutzende Flaschen wurden auch in den Abfallbergen entdeckt. Abseits der Risiken für die Gesundheit appellierten die Müllverbrenner, die Lachgasbehälter adäquat zu entsorgen. Der chronische Konsum kann zu Nervenschäden und einer Degeneration des Rückenmarks führen, warnen Neurologen.

Quellen: dpa, Deutschlandfunk, "drugcom.de"

anb DPA

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