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Verdacht auf Brandstiftung Polizist soll Frau angezündet haben – Haftbefehl erlassen

Ein Notarztwagen steht nachts auf einer Straße.
Ein Polizist aus Neubrandenburg steht im Verdacht, zwei Frauen und ein Kleinkind verletzt zu haben (Symbolbild)
© Benjamin Liss / DPA
Ein Polizist aus Mecklenburg-Vorpommern soll zwei Frauen misshandelt und eine von ihnen sogar angezündet haben. Nachbarn holten Hilfe und retteten ein Baby.

Ein Polizist soll im Streit eine 69-Jährige und ihre 33-jährige Tochter misshandelt und die jüngere Frau dann in Brand gesetzt haben. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Dienstag sagte, wurde der 56-jährige Beamte in der Nacht zu Dienstag bei Rostock widerstandslos festgenommen. Das Amtsgericht Neubrandenburg erließ am Nachmittag Haftbefehl wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung gegen den Mann. Nach Angaben des Amtsgerichtes äußerte sich der Beschuldigte auch beim Haftrichter nicht zu den Vorwürfen.

Es soll sich "im weitesten Sinne um eine Beziehungstat handeln", wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach bisherigen Ermittlungen war der Mann am Montag zur Wohnung der 69-jährigen Mutter der Bekannten in der Neubrandenburger Oststadt gefahren. Dort sei es zu einem lauten und heftigen Streit gekommen, in dessen Folge der 56-jährige Deutsche beide Frauen misshandelt haben soll. Nach mehreren Schlägen habe er die 33-Jährige in Brand gesetzt und sei geflohen.

Kleinkind wurde von Nachbarn gerettet

Nachbarn hatten den Lärm gehört, das elf Monate alte Kleinkind der 33-Jährigen aus der Wohnung geholt und dann den Notruf gewählt. Die Feuerwehr habe den Brand im Flur der Wohnung schnell löschen können, hieß es. Die 69-jährige Mieterin und das Kleinkind kamen verletzt in eine Klinik nach Neubrandenburg. Die schwerer verletzte 33 Jahre alte Frau wurde in eine Brand-Spezialklinik nach Berlin gebracht. Sie soll aber nicht in Lebensgefahr schweben.

Verletzungen weisen auf Tötungsabsicht hin

Bei beiden Frauen seien auch Verletzungen gefunden worden, die von stumpfer Gewalt herrührten, hieß es. Die Ermittlungen führten auf die Spur des 56-Jährigen. Der Haftantrag laute auf versuchten Mord, weil es "niedere Beweggründe" gab und es eine "grausame Tötungsweise" gewesen wäre, sagte der Sprecher. Laut Staatsanwaltschaft ähnelten sich die Verletzungsbilder.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz (CDU) zeigte sich fassungslos angesichts des Vorfalls, der einen Polizeibeamten betreffe. "Ich wünsche den verletzten Frauen schnelle Genesung", sagte Renz am Dienstag. Jetzt gelte es, die Tat lückenlos aufzuklären und - sollte sich der Verdacht erhärten - alle notwendigen rechtlichen Schritte einzuleiten. Durch das Polizeipräsidium Rostock seien disziplinarrechtliche Maßnahmen veranlasst und dem Mann Dienstgeschäfte mit sofortiger Wirkung untersagt worden.

nib DPA

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