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Ermittlungserfolg: Münchner Polizei schnappt europaweit gesuchte Einbrecherfamilie

Der Polizei in München gelingt ein Clou: Die Beamten heben einen Einbrecherclan aus, der in ganz Europa sein Unwesen trieb. Dahinter steckt eine ungewöhnliche Familiengeschichte.

Ein fiktiver Einbrecher läuft im Keller eines Wohnhauses. Die Polizei in München hat einen Einbrecherclan gefasst. (Symbolbild)

Die Festnahmen der Polizei in München führten zu Spuren in weiteren Ländern (Symbolbild)

Eine Verbrecherbande, die zeitweise für mutmaßlich jeden fünften Einbruch in Deutschland verantwortlich war - ein großes Ziel für die deutsche Polizei. In München gelang es nun den Beamten, Teile des Einbrecherclans zu fassen. 

Im Zuge des am Montag veröffentlichten Ermittlungserfolgs habe es neben München zudem in Gelsenkirchen, Münster, Villingen-Schwenningen, Hannover und Frankfurt am Main sowie in Spanien und Kroatien Festnahmen gegeben. Die Mitglieder des durch Verwandtschaft oder Heirat verbundenen Clans bestritten Teile ihres Lebensunterhalts demnach durch Einbrüche und Diebstähle. Der von ihnen verursachte Schaden ist nach den Worten des Polizeisprechers in Millionenhöhe anzusetzen.

Eine schwer beschäftigte Großfamilie

Dem Polizeibericht zufolge führte ein Treffer von zwei Zivilbeamten zu dem Clan. Diese beobachteten im Januar 2016 drei Mädchen, die schnell, geschickt und mit dem passenden Werkzeug eine Haustür aufbrechen wollten. Bei der Festnahme der Heranwachsenden hätten die Ermittler gefälschte Papiere gefunden, beide seien dann aber doch rasch der Großfamilie zuzuordnen gewesen.

Laut Münchner Polizei brachen die Mitglieder der kriminellen Großfamilie europaweit in Häuser und Wohnungen ein. Allein in München seien ihnen 13 Einbrüche zuzurechnen. Dazu kämen in der Region um München sowie in ganz Deutschland viele weitere Taten. "Wir gehen davon aus, dass diese Gruppierung in Deutschland während der Dauer der Ermittlungen für nahezu jeden fünften Einbruch in Frage kommen kann", erklärte Kommissariatsleiter Reinhold Beckmann.

Staatsanwaltschaft München stellt Diebesgut sicher

Der Clan habe dabei eine klare Hierarchie. Drahtzieher und Vermögensverwalter lebten im Ausland, Wohnungsgeber in Deutschland. Dann gebe es Helfer bei der Logistik, etwa beim Stellen von Autos. Bei den Einbrechern selbst handle es sich meist um Mädchen. Die jugendlichen Einbrecherinnen seien teilweise zwischen den einzelnen Familien der Großfamilie für Straftaten "ausgeliehen" worden, erklärte Beckmann.

Das erbeutete Geld sei nach Kroatien geflossen. Dort habe die Staatsanwaltschaft München I Anfang Mai bei einem Zugriff mit der Polizei in zwei Villen nicht nur zwei mutmaßliche Bandenoberhäupter gefasst, sondern auch Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund 100.000 Euro sichergestellt. Die Polizei will nun das Diebesgut den Besitzern wieder zukommen lassen, im Internet sollen Bilder von Schmuck und Uhren veröffentlicht werden.

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sve / AFP