Nach Hungerstreik Bürgerrechtlerin Haidar wieder in der Heimat


Nach einem einmonatigen Hungerstreik in Spanien ist die aus der Westsahara stammende Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar in ihre Heimat zurückgekehrt. Mit einem auf der Kanareninsel Lanzarote gestarteten Flugzeug landete sie Freitagfrüh auf dem Flughafen von Laâyoune in der Westsahara, wie marokkanische Behörden mitteilten.

Nach einem einmonatigen Hungerstreik in Spanien ist die aus der Westsahara stammende Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar in ihre Heimat zurückgekehrt. Mit einem auf der Kanareninsel Lanzarote gestarteten Flugzeug landete sie Freitagfrüh auf dem Flughafen von Laâyoune in der Westsahara, wie marokkanische Behörden mitteilten. Nach Polizeiangaben wurde sie auf dem Flughafen von Angehörigen empfangen.

Haidar hatte am Donnerstagabend ein Krankenhaus auf Lanzarote verlassen, in das sie durch den Hungerstreik geschwächt auf eigenen Wunsch eingeliefert worden war. Vor dem Abflug sagte sie, dass sie in ihre Heimat zurückkehren dürfe sei "ein Triumph für das Völkerrecht, für die Menschenrechte, für Gerechtigkeit weltweit und für die Sache", also für ihre Ziele. Nach der Ankunft werde sie als erstes ihre beiden Kinder und ihre Mutter küssen, sagte die 42-Jährige. Die Maschine mit Haidar an Bord traf gegen 01.15 Uhr MEZ in Laâyoune ein.

Haidar protestierte mit ihrem Hungerstreik dagegen, dass ihr die marokkanischen Behörden im November nach der Teilnahme an einer Preisverleihung in den USA die Wiedereinreise verweigert hatten. Zur Begründung hieß es, Haidar leugne ihre marokkanische Identität. Wie die marokkanische Polizei nach Haidars Rückkehr am Freitag mitteilte, erfüllte diese am Flughafen die Einreisebestimmungen. Auf einem Formular habe sie angegeben, sie "lande in Marokko".

Wie der Elysée-Palast am Donnerstagabend erklärte, hatte Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy während eines Gesprächs mit Marokkos Außenminister Taib Fassi Fihri am Dienstag die marokkanische Regierung gebeten, Haidar die Rückkehr zu ermöglichen und ihr dazu den Reisepass zurückzugeben. Demnach teilte Marokkos König Mohamed VI. Sarkozy am Donnerstag mit, dass sein Land der Rückkehr Haidars zustimme.

Das marokkanische Außenministerium bestätigte am Freitag, "freundlich gesinnte Länder und Partner" hätten in dem Fall vermittelt. Zugleich betonte das Außenamt, was "den Respekt vor marokkanischen Recht durch ausnahmslos jeden und die Unverletzlichkeit nationalen Territoriums" angehe, so bleibe das Land fest.

Marokko hatte die Westsahara 1975 annektiert. Die nach einem Waffenstillstand von 1991 von der UNO geförderten Verhandlungen zur Lösung des Problems blieben ergebnislos. Marokko will dem früheren spanischen Kolonialgebiet mit seinen reichen Phosphat-Vorkommen allenfalls eine weitreichende Autonomie, keinesfalls aber die Unabhängigkeit zugestehen.

AFP AFP

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