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Nordafrika Tausende Migranten schwimmen nach Ceuta – Marokko setzt Grenzkontrollen aus

Migranten bei der Ankunft am Ufer der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta
Sehen Sie im Video: Tausende Migranten schwimmen in die spanische Exklave Ceuta-






Etwa 3000 Menschen - und damit ungewöhnlich viele binnen eines Tages - sind nach Angaben der Regierung in Madrid am Montag in die spanische Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste geschwommen. Ceuta liegt ganz im Norden von Marokko. Die Menschen seien illegal in das Gebiet gelangt, unter ihnen befänden sich rund 1000 Kinder, sagte ein Sprecher der spanischen Delegation in der Exklave. Eine Person sei bei dem Versuch ums Leben gekommen, teilte ein Sprecher mit. Das Innenministerium erklärte, man werde die Sicherheitspräsenz erhöhen. Es betonte, beide Länder hätten kürzlich vereinbart, dass jeder, der illegal über den Seeweg nach Ceuta komme, nach Marokko abgeschoben werde. Die Migration in Richtung Europa hält an. Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Eye 4" hatte zuletzt mitgeteilt, dass es in kurzer Zeit mehr als 300 Geflüchtete im Mittelmeer an Bord genommen habe. Allein am Sonntag hatte die "Sea Eye 4" nach eigenen Angaben mehr als 170 Menschen von hochseeuntauglichen Holzbooten gerettet. Unter den Menschen, die an Bord des Rettungsschiffes gebracht wurden, seien Kinder, ein acht Monate altes Baby und eine schwangere Frau. Während des Einsatzes habe die Crew ein Frontex-Flugzeug gesichtet und gehe davon aus, dass die Bootsinsassen "auf Veranlassung der EU-Staaten Opfer einer weiteren rechtswidrigen Zurückweisung geworden sind" und die Menschen in die Internierungslager Libyens zurückgebracht würden, erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler. Frontex ist eine beauftragte EU-Agentur für die Grenz- und Küstenwache. Eine gemeinsame Außen- und Sicherheits- und damit auch Migrationspolitik, gibt es auf EU-Ebene noch nicht. Die Staaten arbeiten zwischenstaatlich miteinander und beachten dabei in den Augen vieler Expertinnen und Experten nicht die UN-Menschenrechte.
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Mehrere tausend Marokkaner sind durch das Mittelmeer zur spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta geschwommen. Zuvor hatte Marokko offenbar die Grenzkontrollen ausgesetzt. Auslöser dürfte politischer Ärger wegen eines Patienten in einem spanischen Krankenhaus sein.

Sie schwammen durch das Mittelmeer oder liefen bei Ebbe am Strand entlang: Mindestens 5000 Migranten haben am Montag von Marokko aus die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreicht. Die marokkanische Polizei habe faktisch die Kontrolle der Grenze eingestellt, berichteten spanische Medien unter Berufung auf Augenzeugen in Fnideq. Als möglichen Grund nannten spanische Medien die Verärgerung der Regierung in Rabat darüber, dass Spanien die medizinische Behandlung des Chefs der Unabhängigkeitsbewegung Polisario für Westsahara, Brahim Ghali, erlaubte. Marokko beansprucht das Gebiet an seiner Südgrenze als Teil seines Staatsgebietes. Eine Erklärung aus Rabat gab es zunächst nicht.

Etwa 1500 der angekommenen Migranten seien Minderjährige, schrieb die in Ceuta erscheinende Zeitung "El Faro". Mindestens ein Mensch sei ertrunken. Die Lage sei chaotisch, das Aufnahmelager der Exklave völlig überfüllt und viele der Migranten irrten in der Stadt mit 85.000 Einwohnern herum. Das spanische Militär in Ceuta habe logistische Hilfe angeboten und den Schutz seiner eigenen Einrichtungen verstärkt. Die Zentralregierung in Madrid kündigte die Entsendung 200 zusätzlicher Polizisten an.

Nordafrika: Tausende Migranten schwimmen nach Ceuta – Marokko setzt Grenzkontrollen aus

Wie eine "Autobahn auf dem Meer"

Die Zeitung "El País" schrieb, nie zuvor seien so viele Menschen auf einmal nach Ceuta gekommen. Es sei wie eine "Autobahn auf dem Meer". Die meisten der Ankommenden seien Männer, aber es seien auch Frauen und Familien dabei. Nach unbestätigten Medienberichten machten sich auch in der Stadt Tanger Migranten aus Ländern südlich der Sahara auf in Richtung Ceuta.

Viele Marokkaner im Umfeld von Ceuta und der anderen spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben ihre Arbeit und Einkommen verloren, seit Marokko die Grenze zu den beiden Gebieten im März 2020 wegen der Corona-Pandemie geschlossen hat. Immer wieder demonstrierten Menschen, die sonst in den Exklaven arbeiteten, für ein Ende der Schließung.

Bereits am 26. April hatten 128 Marokkaner schwimmend Ceuta erreicht. Die meisten wurden bald darauf nach Marokko abgeschoben. Auch dieses Mal ist damit zu rechnen, dass viele der Migranten bald zurückgebracht werden könnten.

Westsahara an der nordafrikanischen Atlantikküste war bis 1975 spanische Kolonie. Marokko kontrolliert große Teile des dünn besiedelten Gebiets an seiner Südgrenze. Die Polisario strebt nach Unabhängigkeit für die Westsahara. Marokko will der Region nur Autonomie zugestehen.

Im Dezember hatte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump Marokkos Souveränität über Westsahara anerkannt. Seither wachsen die Spannungen zwischen Marokko und europäischen Ländern, die Trumps Entscheidung kritisierten. So rief Rabat Anfang Mai seine Botschafterin aus Berlin zurück.

tim DPA

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