Länderporträt Mauretanien


Die islamische Republik Mauretanien ist fast dreimal so groß wie Deutschland, von den 3,3 Millionen Bewohnern sind 99 Prozent Muslime. Im März 2007 fanden in dem westafrikanischen Land erstmals demokratische Wahlen statt.

Der afrikanische Wüstenstaat Mauretanien gerät nur selten in die Schlagzeilen. Zuletzt war das an Heiligabend 2007 der Fall, als dort vier französische Touristen erschossen wurden. Die mauretanischen Behörden machten Al Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) für die Bluttat verantwortlich.

Drei Mal größer als Deutschland

Mit einer Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometern ist die islamische Republik Mauretanien fast drei Mal so groß wie Deutschland. Hauptstadt des Landes ist Nouakchott, Nachbarn sind Algerien, Mali und der Senegal. Im Norden grenzt die ehemalige französische Kolonie an die von Marokko beanspruchte Westsahara, im Südwesten an den Atlantischen Ozean.

Von den 3,3 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Im Norden leben hellhäutige Mauren, die überwiegend als Nomaden durch die Region ziehen. Im Süden sind vor allem Schwarzafrikaner beheimatet. Wichtige Wirtschaftszweige sind der Eisenerz-Handel sowie Fischerei und Viehhaltung. 2006 begann Mauretanien auch mit der Öl- Förderung. Haupthandelspartner sind China, Italien und Frankreich. Einen Schritt zur Demokratie machte Mauretanien im März 2007 mit der ersten demokratischen Wahl von Sidi Ould Cheikh Abdallahi zum Staatspräsidenten. Bis dahin war das Militär mehrere Jahre an der Macht.

Reisewarnung ausgesprochen

Das Auswärtige Amt empfiehlt, von nicht dringend erforderlichen Reisen nach Mauretanien momentan abzusehen. Anschläge oder Entführungen, auch in der Hauptstadt Nouakchott, können nicht ausgeschlossen werden.

Am 24.12.2007 wurde eine Gruppe französischer Touristen bei einer Mittagsrast am Rande der Überlandstraße "Route de l'Espoir" in der Nähe der Ortschaft Aleg angegriffen. Vier der Touristen wurden von den Attentätern erschossen, der fünfte schwer verletzt. Am 27.12.2007 wurden bei einem Überfall auf ein mauretanisches Militärcamp in der Nähe von Gallawiya im Nordosten des Landes drei mauretanische Soldaten erschossen und ein weiterer schwer verletzt. In beiden Fällen wird "Al Kaida Islamistischer Maghreb" verdächtigt; in einer Erklärung hat AQIM, die sich 2007 aus der algerischen GSPC Anfang 2007 konstituiert hat und für Gewalttaten in der gesamten Region verantwortlich ist, weitere Anschläge angekündigt.

mit DPA

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