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Sprayer-Oma: 73-Jährige soll Strafe zahlen, weil sie Nazi-Parolen mit Herz übersprühte – Twitter steht hinter ihr

Die 73-jährige Aktivistin Irmela Mensah-Schramm übersprüht rechtsextreme Symbole in deutschen Städten seit 30 Jahren mit Herzchen. Jetzt droht ihr eine Geldstrafe wegen Sachbeschädigung – doch zahlreiche Menschen schlagen sich auf ihre Seite.

Irmela Mensah-Schramm

Irmela Mensah-Schramm setzt sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus ein 

Picture Alliance

Seit 30 Jahren zieht die als "Sprayer-Oma" bekannte Aktivistin Irmela Mensah-Schramm mit einer Spraydose bewaffnet durch Deutschland. Die 73-jährige Aktivistin will, im wahrsten Sinne des Wortes, Liebe versprühen und Deutschland symbolisch von Rechtsextremismus befreien. Nazi-Symbole und Parolen übersprüht sie mit roten Herzchen. Genau aus diesem Grund wurde die Berlinerin vom Amtsgericht Eisenach jetzt wegen Sachbeschädigung verklagt. Im vergangenen Dezember hatte Mensah-Schramm den Schriftzug "NS-Zone" in eine Herz-Zone verwandelt – indem sie die Buchstaben NS mit einem Herz übersprüht hatte. Laut dem Gericht Eisenach handelt es sich dabei um Sachbeschädigung. 

Jemand hatte die 73-Jährige bei ihrem vermeintlichen Verbrechen fotografiert. Schon mehrmals musste Mensah-Schramm vor Gericht, doch das Verfahren wurde jedes Mal eingestellt. Auch dieses Mal hatte ihr der Richter angeboten, dass sie gegen die Zahlung von 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation freikomme. Die Aktivistin verweigerte dies jedoch und wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt. Zusätzlich soll sie für die Kosten des Verfahrens aufkommen. 

Mensah-Schramm: "Ich entferne nur menschenverachtende Botschaften"

Mensah-Schramm findet, dass sie keinen Fehler gemacht hat. Und das sehen auch viele Twitter-Nutzer so. Verschiedene Nutzer haben bereits dazu aufgerufen, das benötigte Geld für Mensah-Schramm auf einem Spendenkonto zu sammeln. Aber auch die Senior-Sprayerin selbst will aktiv werden und Berufung gegen das Urteil einlegen. 

Sachbeschädigung sei das, was diejenigen machten, die die Nazi-Parolen an die Mauern sprühten, sagte sie laut dem MDR Thüringen. Sie entferne nur die menschenverachtende Botschaft, mache das, wozu die Zivilgesellschaft aufgefordert sei. Und: Eigentlich sei es doch Aufgabe des Staates, diese Slogans und verbotenen Symbole zu entfernen

Quelle: MDR Thüringen

ame