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Neuer Mafiamord in Italien?: Bombe tötet Modeschülerin

Bei einer Bombenexplosion vor einer Modeschule im italienischen Brindisi ist mindestens eine junge Frau getötet worden, weitere Schüler wurden verletzt. Am Nachmittag sollte in der Stadt ein Anti-Mafia-Marsch stattfinden.

Ein Bombenanschlag hat eine Schülerin in der italienischen Hafenstadt Brindisi getötet. Sechs weitere Schüler wurden bei der Explosion vor einer Modeschule verletzt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete. Der Sprengkörper explodierte in einem Müllcontainer vor dem Schulgebäude und verletzte mehrere Auszubildende, wie die Direktorin des Instituts Morvillo Falcone auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA bestätigte.

Nach Informationen des italienischen soll inzwischen eine weitere Schülerin verstorben sein. Die 16-Jährige sei kurz nach der Explosion am Samstag ihren schweren Verletzungen erlegen. Eine Bestätigung dafür gab es in anderen Medien zunächst nicht.

Die Schule ist nach der Ehefrau des Mafia-Jägers Giovanni Falcone benannt - beide starben vor 20 Jahren bei einem Anschlag auf Sizilien. Die Bombe explodierte um 7.45 Uhr, als die Schüler des Modeinstituts - überwiegend Mädchen - zum Unterricht kamen. Nach Informationen des Internetportals corriere.it bestand der Sprengkörper aus zwei miteinander verbundenen Gasbomben.

In Brindisi wurden am Samstag die Teilnehmer eines Anti-Mafia-Marsches erwartet, die am 11. April in Rom gestartet waren. Der Marsch steuert verschiedene italienische Städte an. Die Polizei räumte die Schule in Brindisi nach dem Anschlag und sperrte das Gelände ab. Etwa 600 Schüler besuchen das Institut nach Angaben von dessen Webseite.

be/DPA/AFP / DPA