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Neuschnee legt Verkehr lahm: Verzweifelte Pendler auf deutschen Autobahnen

Massenhaft Neuschnee lässt am Montag bundesweit Pendler verzweifeln. Es kracht hunderte Male, der Verkehr staut sich auf einigen Autobahnen dutzende Kilometer weit. Ursache sind oft quergestellte Lastwagen. 

Kilometerlange Staus und immer wieder Unfälle - der Wintereinbruch hat Autofahrern am Montag schwer zu schaffen gemacht. Bundesweit krachte es nach heftigen Schneefällen tausende Male, mehrere Menschen wurden verletzt. Der Münchner Flughafen strich etwa 170 Flüge. Weil die beiden Start- und Landebahnen im Wechsel geräumt würden, stehe nur die Hälfte der Kapazität zur Verfügung, sagte ein Sprecher. Am Flughafen Frankfurt fielen bis zum Nachmittag mehr als 60 Flüge aus, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Auch in den kommenden Tagen soll es schneien und frostig bleiben.

In der Oberpfalz verbrannte am Sonntagabend ein Fahrer in seinem Auto, nachdem er mit seinem Wagen auf schneebedeckter Straße von der Fahrbahn abgekommen und in ein anderes Auto gerast war. Bayern und Baden-Württemberg meldeten hunderte Unfälle. "Viele Bagatellschäden und Leichtverletzte", hieß es beim Innenministerium in Stuttgart. In einigen Regionen und Orten hingen Lastwagen und Busse an Steigungen fest. Auf der A81 in Baden-Württemberg stockte der Verkehr auf 25 Kilometern, kurzzeitig wurde die Autobahn vor dem Kreuz Stuttgart gesperrt. Auf der A8 standen Pendler auf einer Länge von 18 Kilometern im Stau.

Ähnlich war die Lage in Sachsen: Auf der A14 ging es zeitweise auf einer Strecke von 50 Kilometern nur schleppend voran. Auf der A72 bildete sich ein 25 Kilometer langer Stau, weil Lastwagenfahrer die Strecke blockierten. "In 80 bis 90 Prozent der Fälle waren Lastwagen die Auslöser für die Staus", sagte eine Sprecherin des Verkehrswarndienstes. Es gab etliche Unfälle - meist nur mit Blechschäden.

Auch auf den Autobahnen in Brandenburg krachte es, in Sachsen- Anhalt mussten nach Unfällen immer wieder einzelne Fahrstreifen gesperrt werden. Im Saarland wurden bei Unfällen auf glatten Straßen mindestens fünf Menschen verletzt. "Wir haben mehr als 40 Verkehrsunfälle registriert", sagte Uwe Wilhelm vom Lagezentrum in Saarbrücken.

Im Burgenland in Österreich hatten 13 000 Haushalte zeitweise keinen Strom, weil schwerer Nassschnee die Leitungen reißen ließ. Am Sonntag war der erste Lawinentote der Saison zu beklagen, ein 55- jähriger Tourengeher, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Ein 28- Jähriger überlebte einen Unfall auf der Westautobahn A1 wohl nur, weil er sich rasch zur Beifahrerseite wegduckte, als ein Auto von der Gegenfahrbahn auf seinen Wagen zuflog und in die Fahrerseite krachte.

In Frankreich gelangten viele Pendler und auch Schulbusse am Morgen nicht zum Ziel, in Orléans fiel die Straßenbahn aus. Vor allem im Zentrum des Landes wurde zunehmend auch der Zugverkehr behindert.

Heftige Schneefälle und starker Wind behinderten auch in Polen den Verkehr, meldete die Nachrichtenagentur PAP. Viele Lastwagen konnten wegen glatter Straßen nicht mehr fahren und blockierten den Verkehr. Es bildeten sich kilometerlange Staus, es kam zu Dutzenden Unfällen. In Kleinpolen (Malopolska) hatten 10 000 Haushalte keine Elektrizität. Der Schnee habe das Stromnetz beschädigt, sagte eine Sprecherin der Bezirksverwaltung.

In einem leeren Haus in Lodz starb ein etwa 40 Jahre alter Obdachloser. Ein gleichaltriger Mann war am Samstag in einem Kleingarten tot gefunden worden. Meteorologen rechneten am Dienstag mit eisigen Temperaturen bis minus 22 Grad.

Andernorts in Europa konnte man im Bikini am Strand liegen: In Bulgarien war es geradezu heiß für die Jahreszeit. Auf bis zu 23 Grad stiegen die Temperaturen in der Donaustadt Russe und an der Schwarzmeerküste. Allerdings stürmte es am Montag heftig. Tausende Haushalte waren in der Region Sofia zeitweise ohne Strom, weil Leitungen gerissen waren.

DPA / DPA