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Öffentlicher Dienst: Warnstreiks beeinträchtigen auch den Flugverkehr

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind am Donnerstag mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg fortgesetzt worden. Am zweiten Tag der Protestaktionen wurde erstmals auch der Flugverkehr beeinträchtigt.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind am Donnerstag mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg fortgesetzt worden. Am zweiten Tag der Protestaktionen wurde erstmals auch der Flugverkehr beeinträchtigt. Auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn legten am frühen Morgen Beschäftigte von Abfertigung und Sicherheit die Arbeit nieder. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di kam es zu Verspätungen. In vielen Städten fuhren auch keine Busse und Bahnen.

Auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn begannen die Warnstreiks nachts um 03.00 Uhr und dauerten bis 08.00 Uhr morgens. Außerdem brachte ver.di nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers im gesamten Ruhrgebiet den öffentlichen Nahverkehr bis auf wenige Ausnahmen zum Erliegen. Auch im Großraum Düsseldorf und kurzzeitig auch in Köln fuhren keine U-Bahnen mehr. Zudem waren Bürgerämter und Müllabfuhr vom Streik betroffen, an dem sich laut ver.di im bevölkerungsreichsten Bundesland mehrere tausend Mitarbeiter von Bund und Kommunen beteiligten.

Auch in mehreren baden-württembergischen Städten wurde der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt. In Stuttgart, Freiburg, Baden-Baden, Karlsruhe, Pforzheim, Konstanz, Esslingen, Heilbronn und Ulm waren die Pendler von dem Ausstand betroffen, wie ein Gewerkschaftssprecher mitteilte. Ein Streikschwerpunkt war die Landeshauptstadt Stuttgart, wo nur die S-Bahn fuhr. Teilweise blieben auch Kindertagesstätten geschlossen oder wurde der Müll nicht abgeholt. Am Mittag war ein Protestzug durch die Innenstadt geplant. Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks ihrer Gesamtforderung nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen Nachdruck verleihen und die Arbeitgeber zur Vorlage eines Angebots zwingen. Das nächste Gespräch findet am 10. Februar statt. Am Mittwoch waren zum Auftakt der Warnstreiks bundesweit rund 22.000 Beschäftigte in den Ausstand getreten. Am Freitag sollen die Protestaktionen unter anderem in Hessen weitergehen.

Ver.di-Chef Frank Bsirske bekräftigte im "Mannheimer Morgen" die Tarifforderung. "In der Krise ist es unabdingbar, die private Nachfrage zu stärken", wird der Gewerkschafter zitiert. Bsirske forderte die Kommunen auf, Front zu machen "gegen die wahnwitzigen Steuerpläne in Berlin". Die Bundesregierung müsse die Kommunen entlasten, dann könnten diese auch die Forderungen der Gewerkschaften erfüllen.

APN / APN