HOME

In mehreren Städten: Großrazzia gegen türkischen Rockerklub Osmanen Germania

Mit einer großangelegten Razzia ist die Polizei in drei Bundesländern gegen die Rockergruppe Osmanen Germania BC vorgegangen. Das Bundesinnenministerium spricht von "gewalttätiger Macht- und Gebietsentfaltung" in den Kreisen der türkisch-nationalistischen Gruppe.

Die Rockergruppe Osmanen Germania BC auf einer Demo

Mitglieder der Rockergruppe Osmanen Germania auf einer Demo in Berlin

Picture Alliance

Die Polizei ist in mehreren Bundesländern mit Razzien gegen die türkisch-nationalistische Rockergruppe Osmanen Germania vorgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wurden am Dienstagmorgen mehrere Objekte durchsucht. "Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden", erklärte der geschäftsführende Innenminister Thomas de Maizière laut Mitteilung.  

Nach Angaben der Behörden in Nordrhein-Westfalen sollten die Maßnahmen der Aufklärung der Vereinsstrukturen und -aktivitäten dienen. "Es handelt sich nicht um die Durchsetzung eines Vereinsverbots", erklärte die Essener . Sie übernahm nach eigenen Angaben die Federführung für die Razzien in Nordrhein-Westfalen, wo 41 Objekte in mehr als 20 Städten durchsucht wurden. Auch Spezialkräfte waren im Einsatz.

"Nulltorelanzlinie" gegen die Rocker in Nordrhein-Westfalen

Die Osmanen haben dem zufolge etwa 300 Mitglieder, viele davon mit türkischen Wurzeln. Ihnen werden demnach wiederholte schwere Körperverletzungs- und versuchte Tötungsdelikte vorgeworfen. Zu diesen kam es vor allem bei Konflikten mit Angehörigen der inzwischen bereits aufgelösten kurdischen Rockergruppierung Bahoz.


Der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière ( ) erklärte, Bund und Länder zeigten mit den Maßnahmen, "dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden". Sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Herbert Reul (CDU) begrüßte die gemeinsame Aktion. Sie liege "voll auf unserer nordrhein-westfälischen Nulltoleranzlinie".

Nicht die erste Razzia gegen Osmanen Germania

Die Behörden gingen schon in der Vergangenheit mit Razzien und Festnahmen gegen die Osmanen Germania BC vor. Im vergangenen Dezember erhob die Staatsanwaltschaft in Stuttgart Anklage gegen acht mutmaßliche Mitglieder der Gruppe wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags.

Nach Angaben des Berliner Bundesinnenministeriums besteht der "dringende Verdacht", dass Zweck und Tätigkeit des Vereins "den Strafgesetzen zuwiderlaufen". Es seien daher "vereinsrechtliche Ermittlungsmaßnahmen" angeordnet worden.

fk / AFP