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Pamplona: Stiertreiben fordert 45 Verletzte

Jedes Jahr das gleiche Theater: Im spanischen Pamplona findet das traditionelle Stiertreiben statt und wieder fordert das als blutig bekannte Spektakel Opfer: Bereits am ersten Tag gab es 45 Verletzte.

Bei dem ersten Stiertreiben der Saison im nordspanischen Pamplona sind am Mittwoch 45 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Acht von ihnen mussten mit Platzwunden, Verrenkungen oder Gehirnerschütterungen in Krankenhäusern behandelt werden, teilte ein Sprecher des Roten Kreuzes mit. Unter ihnen waren drei Amerikaner, ein Franzose und ein Südafrikaner.

Die Hatz ("Encierro") auf der 825 Meter langen Strecke durch die engen Gassen der Altstadt dauerte nur zweieinhalb Minuten, war aber dennoch gefährlich, weil es in der Nacht geregnet hatte und das Kopfsteinpflaster rutschig war. Mehrere Teilnehmer stürzten oder wurden von den bis zu 600 Kilogramm schweren Bullen überrannt. Zudem waren es Kampfstiere der südspanischen Züchterei "Torrestrella", die als besonders aggressiv gelten.

Ein Toter im vergangenen Jahr

Bei dem traditionellen Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen je sechs Stiere und sechs Leitochsen bis in die Arena gejagt, wo sie abends von den Toreros getötet werden. Hunderte waghalsige junge Männer, die "Mozos", rennen dabei vor den Tieren her. Um die Bullen von sich fern zu halten, benutzen sie zusammengerollte Zeitung. Im vergangenen Jahr starb ein 62-jähriger Spanier, 427 Teilnehmer wurden verletzt. Seit 1924 kamen 14 Läufer ums Leben.

Die "Sanfermines", wie die Feierlichkeiten zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín genannt werden, waren durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltberühmt geworden. Das Spektakel geht auf einen Jahrhunderte alten Brauch zurück: Seinerzeit wurden Rinder von den Feldern durch die Stadt in die Ställe oder den Schlachthof getrieben.

DPA / DPA