PR-Gag Lenin kommt nach Leipzig


Nach gut zehn Jahren hat Leipzig seinen Lenin wieder. Die drei Meter hohe Büste, die mehr als 30 Jahre auf der Alten Messe quasi als Visitenkarte den Sowjetpavillon schmückte, kehrte vorübergehend wieder heim.

Normalerweise ist die fünf Tonnen schwere Plastik in einem Vorgarten im thüringischen Nordhausen neben einem alten russischen Panzer zu Hause. «Für seriöse Sachen gebe ich sie aber schon mal her», sagt ihr Besitzer, der Unternehmer Alexander Schlegel. Die Vorpremiere des deutschen Berlinale-Beitrages «Good bye, Lenin!» in einem Leipziger Kino ist in seinen Augen ein angemessener Anlass.

Geschenk des russischen Konsulats

Schlegel war 1992 nicht der Einzige im Wettbewerb um den Lenin-Kopf. Geschenkt bekommen habe er den Lenin vom russischen Konsulat, musste sich aber zur Einhaltung einiger Auflagen verpflichten. «Ich darf ihn nicht lächerlich machen oder für politische Zwecke einspannen», sagt Schlegel. Den rein materiellen Wert schätzt er auf rund 20 000 Euro. «Man hat mir für ihn schon sechsstellige Summen geboten.» Amerikaner wollten den Kopf kaufen und in Chicago auf das Dach eines Burger-Restaurants stellen. Das kam für ihn nicht in Frage: «Das ist ja schließlich auch ein Stück deutsches Kulturgut.»

DPA

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