Prozessauftakt Lidl-Erpresser vor Gericht


In Heilbronn steht ein Mann vor Gericht, der vergiftete Produkte in die Regale der Supermarktkette Lidl gestellt haben soll. Der mutmaßliche Erpresser drohte, seine hinterhältigen Taten auf die Lidl-Fillialen in ganz Europa auszudehnen.

Wegen räuberischer Erpressung des Discounters Lidl muss sich ein 40-Jähriger vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Er soll von der Supermarktkette 1,2 Millionen Euro gefordert haben. Im ersten Erpesser-Schreiben im Januar 2006 habe er angekündigt, in Hamburger Lidl-Filialen vergiftete Produkte einzustellen. Daraufhin seien tatsächlich zwei Mundwasserflaschen gefunden worden, die mit 23-prozentiger Salzsäure vergiftet waren.

Im zweiten Schreiben soll er laut Anklage mitgeteilt haben, in fünf Berliner Filialen Marmelade und Babynahrung vergiftet zu haben. Doch dieses Mal blieb es bei einer Drohung. Es wurden keine manipulierten Lebensmittel gefunden.

In einem dritten Schreiben forderte der Angeklagte, dass die Bankverbindung eines inzwischen von Lidl eingerichteten Konto erweitert werde, da sonst 24 Weinflaschen mit einem hochwirksamen Nervengift versetzt und europaweit in den Läden platziert werden würde.

Insgesamt habe der Mann einen Betrag in Höhe von 20.375,61 Euro erpresst. Der Angeklagte stammt früheren Angaben zufolge aus Hamburg und wurde Ende Juni 2006 im Ausland festgenommen.

Die Polizei in Heilbronn war für den Fall zuständig, weil das Unternehmen in Neckarsulm seinen Hauptsitz hat. Bereits im November 2005 war ein Mann wegen Erpressung der Supermarktkette vom Landgericht Heilbronn zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte versucht, mittels manipulierter Lebensmittel 1,2 Millionen Euro zu erpressen.

AP AP

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