Ein Bundesland ist besonders betroffen
Regel umgangen: Hunderte Tankstellen erhöhen Preise auch nach zwölf Uhr

Wer an der Zapfsäule Geld sparen will, sollte am späten Vormittag tanken.
Wer an der Zapfsäule Geld sparen will, sollte am späten Vormittag tanken.
© iStock/Axel Bueckert

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Hunderte Tankstellen in Deutschland halten sich nicht an die Zwölf-Uhr-Regel und erhöhen die Spritpreise auch danach teilweise deutlich. In einer Region gibt es besonders viele Verstöße.

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland die Spritpreise nur noch einmal pro Tag erhöhen, immer um zwölf Uhr mittags. Preissenkungen bleiben beliebig oft möglich. Das sogenannte Österreich-Modell soll Autofahrerinnen und Autofahrern mehr Transparenz bieten und für weniger Preissprünge nach oben sorgen. Doch laut einer Auswertung der App "mehr-tanken" halten sich viele Tankstellen nicht daran – und erhöhen die Preise auch danach teils deutlich.

777 Tankstellen erhöhen Preise durchschnittlich um 7,7 Cent

Alleine in der Woche vom 29. April bis zum 6. Mai registrierte die App der Zeitschrift "Autor Motor und Sport" 2.390 Preiserhöhungen nach 12.30 Uhr (30 Minuten wurden als Kulanz gewertet). Dabei haben sich insgesamt 777 Tankstellen nicht an die Zwölf-Uhr-Regel gehalten, was etwa 4,6 Prozent aller Tankstellen in Deutschland entspricht. Im Schnitt beliefen sich die unerlaubten Preiserhöhungen auf 7,7 Cent pro Liter.

Bayern ist besonders betroffen

Laut "Auto Motor Sport" werden auffällig viele Preiserhöhungen nach zwölf Uhr in Bayern vorgenommen. Die App verzeichnete 543 Verstöße von insgesamt 186 Tankstellen, was 6,2 Prozent aller Tankstellen in Bayern entspricht. Damit führt der Freistaat die Tabelle der Bundesländer sowohl bei der Zahl der Verstöße als auch bei der Quote der betroffenen Tankstellen an. Alleine in der Region Oberbayern lag die Quote bei 10,7 Prozent. In München bedeuten 52 Verstöße von 17 Tankstellen (insgesamt: 135 Tankstellen), dass sich 12,7 Prozent der Betreiber nicht an die Regel halten.

Anders sieht es dagegen in Hamburg (0,4 Prozent) und in Berlin (0,6 Prozent) aus. Die Hauptstadt sticht jedoch mit einer durchschnittlichen Preiserhöhung von fast 19 Cent deutlich heraus. Allerdings können hier Ausreißer aufgrund geringer Fallzahl das Bild verzerren.

Am günstigsten ist Sprit um kurz vor zwölf Uhr

Durch das Österreich-Modell ist der günstigste Zeitpunkt zum Tanken um kurz vor zwölf Uhr Mittags, wie eine Auswertung des ADAC zeigt. Schon ab dem Morgen fallen die Preise an den Zapfsäulen kontinuierlich. Wer sparen will, sollte also kurz vor der Preiserhöhung tanken. Vor allem, weil offenbar viele Tankstellen nach zwölf Uhr nochmals die Preise erhöhen.

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