Ein langanhaltender Streik der Müllabfuhren lässt etliche Städte in Schottland unter Müllbergen versinken. In Großstädten wie Edinburgh, Glasgow oder Aberdeen stapeln sich die Müllsäcke und Container quellen über, wie auf Fotos zu erkennen ist.
Die lokale Dachorganisation Cosla, die für die Arbeitgeberseite verhandelt, hat den Gewerkschaften, die zu den Streiks aufgerufen haben, am Montag ein neues Angebot vorgelegt. Wie die "Zeit" berichtet, haben die Gewerkschaften – wie bereits mehrere Male zuvor – abgelehnt. Die Bediensteten werden den Streik fortführen.
Müll türmt sich auf den Straßen von Schottland
Das durch die Streiks verursachte Müllproblem begleitet Schottland nun bereits seit Wochen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in Großbritannien. Während die Inflationsrate inzwischen auf mehr als zehn Prozent gestiegen ist und der Alltag damit immer teurer wird, stagnieren die Löhne. In mehreren Branchen sind die Angestellten deshalb in diesem Sommer auf die Barrikaden gegangen. Arbeitsniederlegungen bei der Eisenbahn legten Großbritannien praktisch lahm.
Am 18. August begann die Müllabfuhr ihren Streik. Damals hatte die Gewerkschaft nach Angabe der Tageszeitung "The Herald" eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent gefordert. Betroffen seien inzwischen etwa 25 der 32 Kommunalbehörden. Während des Kulturfestivals Edinburgh Fringe, das in den vergangenen Wochen viele Besucherinnen und Besucher anlockte, klagten viele über Müll und Gestank in der schottischen Hauptstadt.
Experten fürchten auch die Verbreitung von Bakterien. Die nationale Gesundheitsbehörde hat Gemeinden dazu aufgerufen, Bereiche mit überquellenden Mülleimern zu dekontaminieren. In der kommenden Woche könnten sich die kommunalen Streiks auf Schulen und Kitas ausweiten, sollte vorher keine Einigung gefunden worden sein.
Quellen: "Die Zeit", "The Herald" (I), "The Herald" (II)