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Antonow-Maschine Belgrad: In Griechenland abgestürzte Frachtmaschine hatte Waffen für Bangladesch an Bord

Trümmer eines Antonow-Frachtflugzeugs in Nordgriechenland
Trümmer des abgestürzten Frachtflugzeugs. Die Antonow-Maschine ist in Serbien gestartet und soll Waffen für Bangladesch an Bord gehabt haben
© Giannis Papanikos/AP/dpa / DPA
Die in Serbien gestartete Frachtmaschine hätte Waffen für Bangladesch an Bord gehabt, sagte Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic. Serbien erteile keine Genehmigungen für Waffenexporte nach Russland oder in die Ukraine.

Eine ukrainische Frachtmaschine mit Waffen und Minen für Bangladesch an Bord ist im Nordosten Griechenlands abgestürzt, dabei kamen nach serbischen Angaben alle acht Insassen ums Leben. Die von Serbien aus gestartete Antonow-Maschine habe der ukrainischen Fluggesellschaft Meridian gehört, Besitzer der elf Tonnen schweren Fracht sei das serbische Unternehmen Valir gewesen, teilte Serbiens Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic am Sonntag mit. Medienberichte, wonach die Waffen für die Ukraine bestimmt waren, wies er zurück.

Die Antonow AN-12 war der griechischen Nachrichtenagentur ANA zufolge am späten Samstagabend auf dem Weg von Serbien nach Jordanien nahe der Ortschaft Paleochori abgestürzt. Nach Informationen des Fernsehsenders ERT hatte die Besatzung noch um Notlandeerlaubnis auf dem Flughafen Kavala gebeten, es bis dahin aber nicht mehr geschafft.  Augenzeugen berichteten, die Maschine sei vor dem Absturz in Flammen aufgegangen. Wegen weiterer Explosionen konnte sich die Feuerwehr der Absturzstelle zunächst nicht nähern.

Serbien exportiert keine Waffen nach Russland oder in die Ukraine

Die Maschine sei gegen 20.40 Uhr vom südserbischen Flughafen Nis aus gestartet, sagte Verteidigungsminister Stefanovic. Die Waffenlieferung sei mit Bangladeschs Verteidigungsministerium vereinbart worden und streng nach den "internationalen Regeln" erfolgt. Serbien erteile seit 2016 keine Genehmigungen für Waffenexporte nach Russland oder in die Ukraine, versicherte Stefanovic.

Für Waffentransporte würden zumeist Frachtmaschinen sowjetischer Bauart eingesetzt, die sich im Besitz von Russland, Belarus oder der Ukraine befänden, führte der serbische Verteidigungsminister weiter aus. Da Russland und Belarus wegen der russischen Offensive in der Ukraine unter internationalen Sanktionen stehen, würden nur noch ukrainische Transportmaschinen eingesetzt und "weltweit angefordert".

Abgesehen davon, dass die Maschinen im Besitz ukrainischer Unternehmen seien, gebe es "keine weitere Verbindung zwischen der Fracht und der Ukraine". Alle anderslautenden Spekulationen in den Medien seien "völlig falsch", sagte der Minister.

lhi AFP

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