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"Aktenzeichen XY...gelöst!" Mordfall nach 15 Jahren aufgeklärt: Die tödliche Entführung der Heidrun P.

"Aktenzeichen XY...gelöst!": Archivbild zeigt Thomas W. 2018 im Landgericht Freiburg
Thomas W. 2018 während seines Prozesse neben seinem Verteidiger im Landgericht Freiburg. Der Fall wird am Freitag nochmal Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...gelöst!"
© Patrick Seeger / Picture Alliance
2003 wird Heidrun P. entführt. Neun Wochen später wird ihre Leiche in einem Wald entdeckt – nackt und mit Messerstichen übersäht. Die Jagd nach ihrem Mörder dauert 15 Jahre. Bei "Aktenzeichen XY... gelöst!" wird der Fall wieder zum Thema.

Es ist der 17. Januar 2003 als Heidrun P. im baden-württembergischen Bad Krozingen auf ihrem Weg zur Arbeit in die Schwarzwaldklinik entführt wird. Die 57-jährige ist Objektleiterin einer Reinigungsfirma und für die Sauberkeit in mehreren Kliniken verantwortlich. Seit der Scheidung von ihrem Mann lebt die dreifache Mutter allein.

Gegen 6.45 Uhr morgens hören Angestellte der Klinik ihre Schreie vom Parkplatz. Als sie zur Hilfe eilen wollen, finden sie nur noch ihren Schal und ihre Brille auf dem Asphalt liegen. Die ermittelnden Beamten finden schnell heraus, dass sie in ihrem VW Polo entführt wurde, denn nur eine Stunde nach ihrem Verschwinden filmt eine Überwachungskamera der Volksbank Breisgau-Süd einen Mann, der mit ihrer EC-Karte mehrere Hundert Euro abhebt. Er ist vermummt und hat einen auffälligen Rucksack dabei.

Heidrun P. wird entführt und ermordet

Das Auto wird rund 15 Kilometer von Bad Krozingen entfernt gefunden. In dem Wagen finden Beamte ihre Kleidungsstücke inklusive Unterwäsche. Auch befinden sich Blutspuren an ihrer Jacke und ihrer Hose. Trotz einer großangelegten Suche fehlt von Heidrun P. jede Spur.

Erst zwei Monate später, am 23. März, entdeckt der Hund einer Spaziergängerin ihre nackte Leiche bei einem Wald bei Ehrenstetten. Ein Sexualdelikt schließen die Ermittler aus. Die Obduktion ergibt: Heidrun P. wurde durch acht Messerstiche in den Brustbereich getötet. Doch auch ein Massengentest, bei dem 850 Männer aus der Region überprüft werden, kann den Fall nicht aufklären.

Im April 2003 wird der Fall Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY". Doch die erhofften Hinweise bleiben aus.

Im Sommer 2018, 15 Jahre nach der Tat, meldet sich überraschend eine Hinweisgeberin, die zu wissen scheint, wem der auffälligen Rucksack gehört. Die Spur führt die Beamten schließlich zu dem Lebensgefährten einer Mitarbeiterin von Heidrun P., mit der es berufliche Auseinandersetzungen gab. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um Thomas W., ein 54-jähriger Messebauer. Er verzichtet auf rechtlichen Beistand und zeigt sich geständig.

Der damalige Kripochef Peter Egetemaier erinnert sich: "Wir hatten den Eindruck, dass er eher erleichtert war. Den Ermittlern, die als erstes vor Ort waren, ergab sich der Eindruck, da hat jemand fast schon darauf gewartet und sich vielleicht auch gewundert, warum es 15 Jahre gedauert hat." Auch DNA-Spuren können ihm eindeutig zugeordnet werden.

Fall am Freitag bei "Aktenzeichen XY...gelöst!"

Im Februar 2019 beginnt der Prozess gegen ihn. Dort erklärt er, er habe Heidrun P. entführt, um sie "zur Rede zu stellen", damit sie ihr Verhalten gegenüber seiner Partnerin ändert. Weil sie ihn jedoch nicht ernst genommen und sich über ihn lustig gemacht hätte, hätte er mit einem 40 Zentimeter langen Messer mehrfach auf die Frau eingestochen. Das Landgericht Freiburg verurteil ihn wegen Mordes aus niederen Beweggründen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

"Aktenzeichen XY...gelöst!": Mordfall nach 15 Jahren aufgeklärt: Die tödliche Entführung der Heidrun P.

Am Freitag, den 2. September um 21.15 Uhr ist der Fall noch einmal Thema in der ZDF-True-Crime-Reihe "Aktenzeichen XY... gelöst!".

Quellen:  ZDF, "Schwarzwälder Bote", "Südkurier", "Freiburger Wochenbericht" mit Material von DPA

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