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Razzien in etlichen Bundesländern Seehofer verbietet Rockergruppe – wer sind die "Bandidos MC Federation West Central"?

Mitglieder der Rockervereinigung "Bandidos"
Mitglieder der Rockervereinigung "Bandidos" (Archivbild)
© Marius Becker / DPA
Körperverletzungs- und Tötungsdelikte gehörten beim Rockerclub "Bandidos MC Federation West Central" nach Auffassung des Innenministeriums zum Repertoire. Jetzt hat Horst Seehofer die Vereinigung verboten.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Rockervereinigung "Bandidos MC Federation West Central" wegen krimineller Machenschaften verboten. Das gesamte Vermögen der Vereinigung werde beschlagnahmt und eingezogen, teilte das Ministerium am Montag mit. Kennzeichen der Gruppe dürften "weder verbreitet noch veröffentlicht oder in einer Versammlung verwendet werden", erklärte das Ministerium weiter. Es untersagte zudem, Ersatzorganisationen zu bilden.

Polizeirazzien gegen die "Bandidos"

Bereits Anfang des Monats war die Polizei auf Seehofers Anweisung mit fast 1800 Beamten in fünf Bundesländern gegen die Rockervereinigung vorgegangen. Sie durchsuchten mehr als 100 Objekte und stellten dabei Waffen, Munition und "größere Mengen Bargeld" sicher, wie das Ministerium damals mitteilte. 

Seehofer hatte die Razzien wegen des "dringenden Verdachts" auf Straftaten angeordnet. Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums geht es der Rockergruppe, die ihren Schwerpunkt in NRW hat, nicht, wie in den Statuten des Vereins behauptet, vor allem um gemeinsames Motorradfahren. Zweck der "Bandidos MC Federation West Central" und ihrer nun ebenfalls verbotenen Teilorganisationen sei es vielmehr, "einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs innerhalb der Rockerszene anzustreben und entsprechende Ansprüche regelmäßig auch mit Gewalt, insbesondere gegenüber anderen Rockergruppierungen in seinem regionalen Einflussgebiet durchzusetzen". So hatte etwa Anfang 2019 eine Schießerei in der Kölner Innenstadt für Entsetzen gesorgt. Der Schusswechsel war wohl Teil des Machtkampfes zwischen "Bandidos" und Rockern von den "Hells Angels".

Dass Straftaten durch die "Bandidos MC Federation West Central" nicht nur geduldet, sondern auch gefördert und belohnt wurden, lässt sich laut Bundesinnenministerium auch daran ablesen, "dass es verschiedene Aufnäher ("Patches") des Vereins gibt, die an Mitglieder verliehen werden, die Straftaten im Sinne des Vereins verübt haben". Zu den verübten Straftaten zählten schwere Körperverletzung sowie versuchte und vollendete Tötungsdelikte.

Schwerpunkt der Razzien war Nordrhein-Westfalen, Durchsuchungen fanden aber auch in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen statt. 

Die Gruppierung wurde laut Innenministerium 1966 in Houston in den USA gegründet. In Deutschland sei sie seit 1999 vertreten. Als sogenannter "Weltclub" habe sie heute Ableger in vielen Ländern. Offizieller Zweck des "Bandidos MC Federation West Central" sei die Förderung des gemeinsamen Motorradfahrens und Veranstaltung von Events. 

wue DPA AFP

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