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Schockierender Fall von 1981: Entführt, in Kiste vergraben, erstickt - das grausige Schicksal der kleinen Ursula

Vor mehr als 35 Jahren verschwindet die zehnjährige Ursula Herrmann. Die Eltern bekommen Erpresserbriefe zugeschickt. Wochenlang wird nach dem Mädchen gesucht - vergeblich. Bis heute wirft der Fall Fragen auf - in dieser Woche könnte es neue Antworten geben.

Der Fall Ursula Herrmann erschütterte das beschauliche Eching am Ammersee 1981

Es ist der 15. September 1981. Ein Dienstag. Eching am Ammersee. Die zehnjährige Ursula Herrmann strampelt auf ihrem roten Rad vom Turnen nach Hause. Sie nimmt, wie jede Woche, einen Schleichweg durch das Waldgebiet Weingarten. Zuhause kommt sie nie an. Stattdessen wird sie entführt, in eine Kiste gestopft, im Boden verbuddelt, wird von der Vermissten zur Entführten, von einem fröhlichen Mädchen zum toten Mädchen.

Der Fall Ursula Herrmann ist einer der aufsehenerregendsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte, bis heute. Die Frage, wer Ursula entführte, raubt Polizisten, Staatsanwälten, und der Familie jahrelang den Schlaf. Erst 2010 legt sich ein Gericht fest: Werner Mazurek war es, wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge wird er zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch Mazurek beteuert bis heute seine Unschuld. Die Zweifel bleiben, auch bei der Familie. War er wirklich der Täter, der alleinige?

Weil die Fragen weiter nagen und die Antworten nicht in Sicht kommen, wühlt die Familie von Ursula weiter. Bruder Michael geht so weit, eine Zivilklage auf Schmerzensgeld einzureichen, am Donnerstag soll eine Entscheidung fallen. Herrmann will, dass der Fall seiner Schwester neu aufgerollt wird. Er ist nicht sicher, dass der Richtige in Haft sitzt, wie er dem stern bereits 2015 berichtete. Er, der Bruder des Opfers, unterstützt indirekt den Täter, Werner Mazurek. Denn das Zivilgericht ist nicht gebunden an die Entscheidung des Strafgerichts von 2010 - und könnte die Schuldfrage daher anders beantworten.   

Der Fall ist von Beginn an kompliziert. Das Gericht geht später davon aus, dass es mindestens zwei Täter waren, die Ursula entführten. Ob sie das Mädchen mit Gewalt vom Fahrrad rissen und in das Waldstück zogen, ob sie freiwillig mitging oder betäubt wurde, darüber herrscht noch heute keine Klarheit. Einige Fakten zum Ablauf der Tat gibt es aber natürlich.

Das Gericht legt sich fest, dass es wie folgt passiert sein muss: Einer der Entführer schleppt Ursula in ein nahe gelegenes Versteck, sie trägt keine sichtbaren Abwehrverletzungen davon. Er setzt Ursula, zu diesem Zeitpunkt mutmaßlich betäubt, in eine Holzkiste. Sie ist 139 cm hoch, 72 cm breit, 60 cm tief. Darin eine kleine Bank, ein Eimer für die Notdurft, ein paar Tafeln Schokolade, Kekse, Getränke, ein Radio, dazu Comics und Western-Romane. Der Tatort muss tagelang vorbereitet worden sein. Auf dem Deckel kleben aneinandergesteckte Plastik-Siphons, wie sie unter Waschbecken klemmen. Sie sollten offenbar ermöglichen, dass Luft in die Kiste ziehen kann. Die Konstruktion selbst ist im Waldboden eingebuddelt, daneben eine Autobatterie, die eine kleine Lampe mit Strom versorgt.

Der Entführer muss noch einen in Plastik eingeschweißten Jogginganzug, Größe 164/176, in die Kiste geworfen haben, dann schließt er den Deckel zu und schaufelt Erde auf das Gefängnis des kleinen Mädchens. Um die Stelle zu tarnen, steckt er fünf kleine Fichten in den frischen Waldboden.

In der Kiste werden unter anderem ein Radio und Western-Hefte gefunden

In der Kiste werden unter anderem ein Radio und Western-Hefte gefunden

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Die Erpresser fordern zwei Millionen Mark

Wenig später machen sich die Eltern von Ursula Sorgen. Der Vater begibt sich auf die Suche nach dem Kind - vergeblich. Die Eltern schalten die Polizei ein, doch von Ursula fehlt jede Spur. Zwei Tage nach dem Verschwinden beginnen die seltsame Anrufe bei der Familie Herrmann. Am anderen Ende der Leitung meldet sich niemand, nur die Erkennungsmelodie des Radiosenders Bayern 3 ertönt. Siebenmal klingelt das Telefon an diesem Donnerstag, vier weitere Male am Freitag, den 18. September, wie aus den Ermittlungsakten zu dem Fall hervorgeht, die dem stern vorliegen.

Gegen Mittag trifft ein Erpresserbrief ein, gebastelt aus Zeitungsschnipseln. "wir haben ihre Tochter entführt wenn Sie Ihre Töchter jemals lebend wiedersehen wollen Zahlen Sie Zwei Millionen Mark Lösegeld" (sic), heißt es darin. Die Geldübergabe werde ein späterer Brief beschreiben, der am Montag bei der Familie im Briefkasten steckt. In einem gelben Fiat 600 wollen die Entführer das Geld übergeben haben, in gebrauchten Hundertmarkscheinen. Man werde sich per Telefon melden, wenn der Vater - ein Lehrer, der es über Bekannte dennoch schafft, das Geld aufzutreiben - losfahren soll. Doch die Herrmanns hören nie wieder von dem Entführer.

Im zweiten Erpresserbrief wird die geplante Übergabe der zwei Millionen D-Mark beschrieben

Im zweiten Erpresserbrief wird die geplante Übergabe der zwei Millionen D-Mark beschrieben

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Beim letzten Anruf am Freitag hatte die Mutter ein Lebenszeichen ihrer Tochter gefordert. Daraufhin - so ist sich das Gericht später sicher - geht einer der Entführer zur Kiste im Wald und versucht mit dem Mädchen zu sprechen. Er stellt fest, dass Ursula nicht mehr lebt und bricht daraufhin jeden Kontakt mit der Familie ab. Das Belüftungssystem hatte versagt. Einige der Rohre waren mit Laub verstopft - aber ohnehin, so später ein Gutachter vor Gericht, sei das System nicht geeignet gewesen, für Luftaustausch in der Kiste zu sorgen. Das Mädchen müsse spätestens fünf Stunden nach der Entführung erstickt sein, vielleicht sogar schon nach 30 Minuten. 

Anklage erst Jahrzehnte später - gegen den Richtigen?

Am Morgen des 4. Oktober, 19 Tage nach der Entführung, finden Polizisten die Leiche der kleinen Ursula. Sie hat sich in der Kiste kaum bewegt, auf ihrem Schoß liegt noch immer der eingeschweißte Jogginganzug, die Verpflegung hat sie nicht angerührt. Möglicherweise erlangte sie in der Kiste nie wieder das Bewusstsein. Ihrem Tod ist wahrscheinlich also kein qualvoller Überlebenskampf vorausgegangen. Zumindest ein Trost - wenn auch nur ein sehr kleiner - für die Familie.

In dieser im Boden eingelassenen Kiste stirbt Ursula Herrmann 1981, wenige Stunden nach ihrer Entführung

In dieser im Boden eingelassenen Kiste stirbt Ursula Herrmann 1981, wenige Stunden nach ihrer Entführung

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Nach dem Fund der Kiste im Oktober 1981 wird die Leiche von Ursula Herrmann abtransportiert

Nach dem Fund der Kiste im Oktober 1981 wird die Leiche von Ursula Herrmann abtransportiert

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Der Fall zieht großes Medieninteresse auf sich - besonders ob der Grausamkeit des Verbrechens: ein kleines Mädchen, bei lebendigem Leib in einer Kiste im Wald vergraben und dort erstickt. Die Ermittler finden schnell Verdächtige im Ort. Es gibt Festnahmen, Hausdurchsuchungen und immer wieder Befragungen. Doch am Ende bleibt nichts Handfestes. Die Ermittlungen laufen ins Leere und werden 1991 eingestellt.

Es dauert noch fast 30 Jahre bis Werner Mazurek in dem Fall angeklagt und letztlich wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Doch auch in dem Urteil von 2010, das dem stern vorliegt, ist noch von mehreren unbekannten Tätern die Rede. Zudem gibt es keine klare Beweislage gegen den Verurteilten, lediglich das widerrufene Geständnis eines Toten und Indizien, die das Gericht zu seinen Ungunsten interpretiert hat. Bis heute beteuert Mazurek seine Unschuld.

Über die jahrzehntelangen Ermittlungen und den Prozess gegen Werner Mazurek lesen Sie morgen mehr. Dem Fall Ursula Herrmann widmet der stern in dieser Woche drei Geschichten - über die Tat, den Prozess, und über Mazurek, der nicht der Täter gewesen sein will.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(