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Festnahme An die Falschen geraten: Mann bietet Zivilpolizisten gefälschte Impfpässe an

Ein ausgefüllter Impfpass mit einem Moderna-Impfstoff-Aufkleber
Bei seiner Festnahme hatte der 27-Jährige zehn gefälschte Impfpässe dabei (Symbolbild)
© Marijan Murat / Picture Alliance
Ein 27-Jähriger wollte am Dienstag Zivilpolizisten in Berlin gefälschte Impfpässe verkaufen und wurde festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stieß die Polizei zudem auf Drogen und Falschgeld.

Ein Impfpass mit nachgewiesener Corona-Impfung könnte sich in den kommenden Wochen zunehmend zu einem heißbegehrten Gut entwickeln. Wer diesen Sommer in bestimmte Regionen reisen oder bestimmte Freiheiten wieder genießen möchte, wird vielerorts einen vollständigen Impfschutz belegen müssen. Auch der Berliner Senat beschloss vor wenigen Wochen Lockerungen für Geimpfte: Sie sollen ohne vorherigen Corona-Test shoppen oder Museen besuchen können. Diejenigen Personen, die sich nicht impfen lassen möchten oder noch keine Impfung angeboten bekommen haben, müssen für diese Aktivitäten weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen – woraus sich wiederum eine lukrative Geschäftsidee für Kriminelle ergibt: Der Handel mit gefälschten Impfpässen, die eine niemals stattgefundene Impfung gegen das Coronavirus bescheinigen. 

Am Dienstag ging ein solcher Händler von gefälschten Impfpässen der Berliner Polizei ins Netz: Er hatte unwissentlich Polizisten in zivil seine Ware angeboten und wurde daraufhin festgenommen. Zehn mit Impfaufklebern versehene Impfpässe hatte der 27-Jährige bei seiner Festnahme bei sich. Über einen Messenger-Dienst soll er neben internationalen Impfbescheinigungen auch Impfstoffe zum Kauf angeboten haben.

Der Handel mit falschen Impfpässen ist strafbar

Auf Anordnung der Berliner Staatsanwaltschaft wurde daraufhin die Wohnung des Tatverdächtigten durchsucht. Dort fanden die Ermittler nicht nur 46 weitere Impfpässe und 33 Aufkleber, sondern auch verschiedene Drogen im Kühlschrank des Mannes. Neben Amphetaminen und 20 Gramm Kokain hatte er rund 1,4 Liter anabole Steroide kühl gelagert. Doch damit nicht genug: Die Ermittler stießen in der Wohnung zudem auf eine Schreckschusspistole, 10.000 Euro mutmaßliche Handelserlöse sowie mehrere tausend Euro Falschgeld. Der Verdächtige erhielt daraufhin einen Haftbefehl mit Verschonung und befindet sich während des weiteren Ermittlungsverlaufs vorerst weiterhin in Freiheit.

Corona-Impfung im Ausland (Symbolbild)

Digitale Pässe gegen Impfbetrug

Eine mögliche Lösung der aufkeimenden Impfpassfälschung könnte in der Einführung digitaler Impfpässe liegen. Der Bund plant, noch vor den Sommerferien zusätzlich zu den leicht zu fälschenden Papier-Impfausweisen eine digitale Variante via Smartphone-App einzuführen. Impfzentren und Arztpraxen würden im Zuge dessen mit einer speziellen Software ausgestattet werden. Ein digitaler Impfpass könnte auch die Mobilität innerhalb der EU für geimpfte Personen erleichtern.

Quellen:  Polizei Berlin / "BR24"

as

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