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Cold Case: 8203 Tage nach dem Kindermord: Wie der Verdächtige im Fall Ramona K. gefasst wurde

Mord verjährt nie, so die Botschaft der Soko "Altfälle": Nach über 20 Jahren fasst die Sondereinheit einen dringend Tatverdächtigen im Fall des ermordeten Mädchens Ramona. Ihr Erfolgsrezept: zurück zum Anfang.

Im August 1996 verschwand die damals Zehnjährige Ramona aus Jena, fünf Monate fand sich ihre Leiche in einem Waldgebiet

Im August 1996 verschwand die damals Zehnjährige Ramona aus Jena, fünf Monate fand sich ihre Leiche in einem Waldgebiet, in dem die Polizei anschließend nach weiteren Hinweisen suchte

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Es ist eine Schlagzeile, die kurz darauf selbst Schlagzeilen schreiben wird: "Soko Altfälle klärt Mord an Ramona K. nach über 20 Jahren". So lautet die Überschrift der Polizeimitteilung am Mittwochmorgen, auf die wohl nicht nur die Angehörigen der damals Zehnjährigen aus Thüringen hingefiebert haben. 

Rund 23 Jahre - um genau zu sein: 8203 Tage - nach dem Mord an Ramona K. hat die Sondereinheit der Landespolizeiinspektion Jena womöglich den Täter gefasst. Der 76-Jährige sei dringend verdächtig, das Mädchen am 15. August 1996 entführt und getötet zu haben. Ein Fall, der laut Polizei "zeigt, dass durch akribische Ermittlungsarbeit und die Nutzung moderner Methoden der Forensik und der Informationstechnologie Morde nicht nur nicht verjähren, sondern auch aufgeklärt werden können." Eine Erfolgsmeldung mit Botschaft: "Mord verjährt nie".

Nur: Wie sind die Ermittler dem Tatverdächtigen letztlich auf die Spur gekommen? 

Zurück zum Anfang

13.30 Uhr, Pressekonferenz in der Polizeiinspektion Weimar. Knapp fünf Stunden nach Bekanntgabe des Fahndungserfolgs. Und über 180 Leitz-Ordner später - so dick sei die Akte Ramona, die von der Sonderkommission digitalisiert und neu aufgearbeitet wurde. Laut Hauptsachbearbeiter Sven Opitz haben die Ermittler noch einmal von ganz vorne angefangen, um auch "die letzte Information aus Spuren herauszubekommen". Zurück zum Anfang, das war auch das Mantra der Ermittlungen. Start, erneut: Der Abgreifort von Ramona, jener Stelle, an der die damals Zehnjährige am 15. August 1996 zuletzt gesehen wurde.  

Wie die Polizei schon am Mittwochmorgen mitteilte, soll der verdächtige Wilhelm M. das Kind nahe eines Einkaufszentrums in Jena angesprochen und an einem unbekannten Ort getötet haben. Die Leiche soll er dann etwa 130 Kilometer entfernt an der Grenze zu Hessen in einem Wald bei Treffurt im Wartburgkreis abgelegt haben. Rund ein halbes Jahr später entdeckte ein Jäger dort den Schulranzen des Kindes. Wenige Tage später wurden Leichenteile gefunden.

Rund 1000 Personen seien im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Ramona in den Leitz-Ordnern aufgetaucht. Die Soko habe daraufhin Parameter ausgearbeitet - etwa, wo sich diese Personen zum möglichen Tatzeitpunkt aufgehalten haben - und eine Art "Ranking" erstellt, so Hauptsachverständiger Opitz. Letztlich seien 30 Personen übrig geblieben, die intensiv geprüft wurden. Bis es nur noch zwei Tatverdächtige waren.

Soko "Altfälle" kommt Vergewaltiger auf die Spur

Einer davon: ein 56-Jähriger aus Erfurt. Er wurde schon im vergangenen Jahr als Verdächtiger in dem Fall festgenommen. Der Mann sitze zwar weiter in Untersuchungshaft, in Bezug auf den Kindermord gelte er aber nicht mehr als tatverdächtig. Ihm werden nun andere Vorwürfe gemacht, so Soko-Leiter Andreas Gersberger: wegen schwerer Vergewaltigung.

Womöglich hat der Mann sogar gemordet. So habe er einem Mithäftling erzählt, dass bei einer seiner Taten 1997 "eins auf der Strecke geblieben" sei. Bei anschließenden Durchsuchungen hätten die Ermittler Filme sichergestellt, in denen der heute 56-Jährige Frauen mit Narkosemittel betäubt und anschließend vergewaltigt habe. Ob womöglich auch ein Tötungsdelikt vorliegt, werde nun geprüft. "Die Analyse läuft noch", so Soko-Leiter Gersberger.

So kamen die Ermittler auf Wilhelm M.

Am Ende rückte der 76-jährige Wilhelm M. in den Fokus der Ermittler. Er soll kein unbeschriebenes Blatt sein: Nach einer 15-jährigen Haftstrafe wegen Sexualstraftaten mit anschließender und später aufgehobener Sicherheitsverwahrung war er unter Führungsaufsicht. Er sei immer wieder wegen schweren sexuellen Missbrauchs, auch von Kindern, verurteilt worden.

Die Festnahme im Fall Ramona ist gewissermaßen auf eine Inszenierung zurückzuführen: Vergangenen Freitag habe man Wilhelm M. - nach operativen wie verdeckten Maßnahmen - mit einem Haftbefehl konfrontiert und anschließend weiter beobachtet. Der Tatverdächtige soll daraufhin sein Telefon ausgeschaltet und letztlich weggeworfen haben. Laut Soko-Leiter Gersberger habe der Mann sich daraufhin im Bundesgebiet bewegt, wobei es der Polizei gelungen sei, "eine Vielzahl an Sachen dokumentieren zu können, die noch nicht Gegenstand der Öffentlichkeit waren." Und nur "ein Tatbeteiliger wissen konnte", so Gersberger.

Wilhelm M. wurde am Dienstag in Erfurt festgenommen, das Amtsgericht Gera hat Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft gehe von einem Mord zur Verdeckung einer Straftat aus, hieß es in der Pressekonferenz. Laut dem MDR Thüringen hatte die Familie von Ramona K. am Dienstagabend von den neusten Erkenntnissen erfahren. In einem "intensiven Gespräch" habe die Mutter darum gebeten, dass die Familie nicht kontaktiert wird.

Ein Geständnis vom Beschuldigten gebe es bisher nicht. "Bislang", so der Staatsanwalt in der Pressekonferenz.

Quellen: Presseportal, MDR

Foto von Lisa und Leon
fs / Mit Material der DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(