Mit der Wal-Tour geht es vorwärts, aber die Reise wird noch ein Weilchen dauern. Hat das Tier eine Chance im offenen Meer? Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
Seit Anfang März ist ein Buckelwal vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und dabei wiederholt gestrandet – erst in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand – daher der Name „Timmy“ – und schließlich am 31. März endgültig vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern). Nun schwimmt der Wal in einer Art stählernem Aquarium und soll an den dänischen Inseln vorbei bis in die Nordsee gebracht werden. Von dort aus schwimmt er dann hoffentlich weiter in den Nordatlantik, seinen eigentlichen Lebensraum im Sommer.
Wal schwimmt in Transport-Barge
Wie Schlepper und Barge vorankommen und ob der von Fachleuten bereits aufgegebene und mutmaßlich schwer kranke Wal überlebt?
Alle Entwicklungen im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Moritz Dickentmann
Route der „Fortuna B“ live nachverfolgen
Vom Schlepper „Robin Hood“ hat nach stern-Informationen inzwischen die „Fortuna B“ den Lastkahn mit dem Wal übernommen. Die „Robin Hood“ begleitet den Schleppverband aber noch durch die Ostsee Richtung Norden. Beim Schiffsortungsdienst „Marine Traffic“ können Sie den aktuellen Standort der „Fortuna B“ und der „Robin Hood“ samt ihrer Routen live in der unten stehenden Karte nachverfolgen.
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Kai Müller
Waltransport kommt allmählich voran: Lastkahn in Kattegat zwischen Dänemark und Schweden
Der Transport des vor der Insel Poel geborgenen Buckelwals kommt Stück für Stück weiter voran. Am Donnerstag war der von dem Schiff „Fortuna B“ gezogene Lastkahn mit dem Wal im Kattegat zwischen der dänischen Insel Jütland und der schwedischen Westküste unterwegs, wie aus Positionsdiensten zur Schiffsverfolgung hervorging. Die hinter der privaten Rettungsinitiative stehende Unternehmerin Karin Walter-Mommert sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Wal sei „sehr lebendig“ und „singt im Moment sehr viel vor sich hin“.
Nach dem Kattegat soll das Schiff dann weiter nördlich das Skagerrak ansteuern, welches das Kattegat und damit die Ostsee mit der Nordsee verbindet. Walter-Mommert strebt nach eigenen Worten an, dass der Lastkahn mit dem Buckelwal weiter Richtung Norwegen und Atlantik gebracht wird – „dorthin, wo andere Wale in die Nähe kommen“.
Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe Aarhus in Richtung Nordsee gezogen. Christoph Reichwein / DPA
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Kai Müller
Auf dem Weg in die Nordsee: Das Boot mit dem Buckelwal ist mittlerweile vor Dänemarks Ostküste angelangt. Wäre er dort gestrandet, hätte ihm wohl niemand geholfen:
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Kai Müller
Hohe Wellen erwartet: Wal-Boot noch lange nicht am Ziel
Das Transportschiff mit dem Poeler Buckelwal an Bord ist noch relativ weit von der Nordsee entfernt. Zur Mittagszeit war es laut Schiffs-Ortungsdiensten zwischen Dänemark und Schweden unterwegs, etwas nördlich des dänischen Grenaa und somit etwa 140 Kilometer Luftlinie von Skagen entfernt, wo die Ostsee auf die Nordsee trifft.
Laut dem dänischen meteorologischen Institut soll am Freitag im Skagerrak starker Wind wehen, mit Wellenhöhen bis zu zwei Metern. Am Wochenende soll der Wind demnach etwas schwächer werden.
Der rund zwölf Meter lange Wal hatte vier Wochen vor der Insel Poel gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.
Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe Aarhus in Richtung Nordsee durch die Ostsee gezogen. Christoph Reichwein / DPA
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Kai Müller
Den Wal fragt am Ende niemand, was er will. Das gilt heute für Timmy – und vor 30 Jahren für Keiko, alias „Willy“. Dessen Geschichte bewegte Millionen – und endete tragisch (stern+):
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Kai Müller
Wie alt könnte der Wal werden, wenn er überlebt?
Buckelwale haben der Tierschutzorganisation WDC zufolge eine Lebenserwartung von etwa 80 Jahren. Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Bullen ist Experten zufolge oft geringer, unter anderem wegen der aggressiven, stressigen Konkurrenzkämpfe um Weibchen.
Wale geraten – wie der Poeler Buckelwal – häufig in Fischereinetze, wodurch sie ersticken, verhungern oder schwere Verletzungen erleiden können. Weltweit sterben nach WDC-Angaben jährlich rund 300.000 Wale und Delfine als unbeabsichtigter Beifang. Ihr Leiden und Sterben bleibt fast immer unbemerkt.
Hauptbedrohung für Buckel- und andere Großwal-Arten seien aber die im Zuge der Klimakrise steigenden Meerestemperaturen, hieß es. Auch Müll mache den Tieren zu schaffen. „Wale und Delfine können nicht gut unterscheiden, was Nahrung und was Müll ist.“
Wale geraten – wie der Poeler Buckelwal – häufig in Fischereinetze, wodurch sie ersticken, verhungern oder schwere Verletzungen erleiden können. Weltweit sterben nach WDC-Angaben jährlich rund 300.000 Wale und Delfine als unbeabsichtigter Beifang. Ihr Leiden und Sterben bleibt fast immer unbemerkt.
Hauptbedrohung für Buckel- und andere Großwal-Arten seien aber die im Zuge der Klimakrise steigenden Meerestemperaturen, hieß es. Auch Müll mache den Tieren zu schaffen. „Wale und Delfine können nicht gut unterscheiden, was Nahrung und was Müll ist.“
„Wale und Delfine können nicht gut unterscheiden, was Nahrung und was Müll ist“Experten der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation
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Kai Müller
Kein „Heim zu Mutti“: Buckelwale gehen schnell eigene Wege
Droht dem gestrandeten Wal Ärger nach Rückkehr Ärger von seiner Mutter? Das hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus scherzhaft gemutmaßt, nachdem der Poeler Wal für den Transport zur Nordsee auf einen Ladekahn bugsiert worden war. Doch würde der vier bis sechs Jahre alte Bulle tatsächlich seine Familie suchen, sollte er Transport und Freisetzung längerfristig überstehen?
Die Antwort ist: Nein. „Im Gegensatz zu Zahnwalen bilden Bartenwale keine stabilen sozialen Gruppen, sogenannte Schulen“, erklärt das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund. Die Kälber verblieben lediglich die etwa zwölf Monate währende Stillzeit bei ihren Müttern.
„Während wir Menschen unseren Eltern oft ein Leben lang nahestehen, trennen sich die Wege zwischen Buckelwalen recht schnell“, hieß es von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation. Sie kämen zwar punktuell mit Artgenossen zusammen – zum Beispiel, um effektiver Jagd auf Beute zu machen, zur Paarung oder um gemeinsame Kulturen zu pflegen. „Im Großen und Ganzen sind Buckelwale jedoch Einzelgänger.”
„Während wir Menschen unseren Eltern oft ein Leben lang nahestehen, trennen sich die Wege zwischen Buckelwalen recht schnell“Experten der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation
Dieses von der Rettungsinitiative zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Buckelwal in dem gefluteten Lastschiff in der Ostsee. Jens Schwarck / Rettungsinitiative / DPA
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Phil Göbel
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Der heutige Tag steht unter dem Motto: „Menschen, die auf Routen starren“.
Das Transportschiff mit dem geborgenen Wal ist weiter in Richtung Nordsee unterwegs. Am frühen Morgen fuhr der Schlepperverband vor der dänischen Küste in Richtung der Westküste Schwedens. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder war das Schiff gegen 4.45 Uhr etwa drei Seemeilen (rund 5,5 Kilometer) südwestlich der dänischen Insel Sejero unterwegs.
Der heutige Tag steht unter dem Motto: „Menschen, die auf Routen starren“.
Das Transportschiff mit dem geborgenen Wal ist weiter in Richtung Nordsee unterwegs. Am frühen Morgen fuhr der Schlepperverband vor der dänischen Küste in Richtung der Westküste Schwedens. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder war das Schiff gegen 4.45 Uhr etwa drei Seemeilen (rund 5,5 Kilometer) südwestlich der dänischen Insel Sejero unterwegs.
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Thomas Krause
Wal-Transport kommt nun schneller voran
Inzwischen hat die „Fortuna B“ mit dem Wal im Schlepptau auf mehr als 10 km/h „beschleunigt“ und steuert die Nordspitze der dänischen Insel Langeland an.
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Kai Müller
Werden wir das weitere Schicksal verfolgen können?
Zunächst wurde der Wal mit einem Sender ausgestattet, der unter Wasser nicht funktioniert. Die Privatinitiative gab an, mit einem neuen GPS-Sender nachzubessern. Ohne funktionierenden Sender droht unbemerkt zu bleiben, würde das geschwächte Tier binnen Tagen oder Wochen nach dem Freisetzen verenden.
Die Informationen, wo sich der Wal befinde, würden aber nur den Teammitgliedern der Privatinitiative und dem Schweriner Umweltministerium zur Verfügung gestellt, sagt die Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden. Es solle vermieden werden, dass Menschen losführen und nach dem Wal schauten.
Eine langfristige vollständige Dokumentation sei für die Einschätzung der gesamten Maßnahme essenziell, heißt es vom Deutschen Meeresmuseum. „Insbesondere die öffentliche Verfügbarkeit der Trackerdaten in Echtzeit sowie Live-Videomaterial vom Wal während des Transports und während der Freilassung sind grundlegend für eine transparente Vorgehensweise und um wertvolle Erfahrungen für zukünftige Bergungen sammeln zu können.“
Auch das IWC Strandings Expert Panel der Internationalen Walfangkommission betonte die Wichtigkeit solcher Daten, unter anderem um die Intervention im Nachhinein aufzuarbeiten.
Eine langfristig erfolgreiche Rettung ließe sich vermutlich daran festmachen, dass der Wal in den nächsten Jahren in seinen nördlichen Nahrungsgründen, südlichen Paarungsgebieten oder auch dazwischen, während seiner Wanderungen, gesichtet und mittels Foto-ID eindeutig identifiziert werde, heißt es von WDC. „Das wäre ein klares Indiz dafür, dass er seinem natürlichen Verhalten nachkommt.“
Die Informationen, wo sich der Wal befinde, würden aber nur den Teammitgliedern der Privatinitiative und dem Schweriner Umweltministerium zur Verfügung gestellt, sagt die Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden. Es solle vermieden werden, dass Menschen losführen und nach dem Wal schauten.
Eine langfristige vollständige Dokumentation sei für die Einschätzung der gesamten Maßnahme essenziell, heißt es vom Deutschen Meeresmuseum. „Insbesondere die öffentliche Verfügbarkeit der Trackerdaten in Echtzeit sowie Live-Videomaterial vom Wal während des Transports und während der Freilassung sind grundlegend für eine transparente Vorgehensweise und um wertvolle Erfahrungen für zukünftige Bergungen sammeln zu können.“
Auch das IWC Strandings Expert Panel der Internationalen Walfangkommission betonte die Wichtigkeit solcher Daten, unter anderem um die Intervention im Nachhinein aufzuarbeiten.
Eine langfristig erfolgreiche Rettung ließe sich vermutlich daran festmachen, dass der Wal in den nächsten Jahren in seinen nördlichen Nahrungsgründen, südlichen Paarungsgebieten oder auch dazwischen, während seiner Wanderungen, gesichtet und mittels Foto-ID eindeutig identifiziert werde, heißt es von WDC. „Das wäre ein klares Indiz dafür, dass er seinem natürlichen Verhalten nachkommt.“
„Insbesondere die öffentliche Verfügbarkeit der Trackerdaten in Echtzeit sowie Live-Videomaterial vom Wal während des Transports und während der Freilassung sind grundlegend für eine transparente Vorgehensweise“Deutsches Meeresmuseum
Der Wal in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug). Philip Dulian / DPA
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Kai Müller
Wie geht es dem Tier aktuell?
„Pudelwohl“ fühle der Wal sich in der Barge, verlautbart Backhaus, nachdem das geschwächte Tier erfolgreich in das Stahlbecken getrieben war. So manchem Experten dürften ob dieser Bemerkung die Haare zu Berge gestanden haben.
Der Gesundheitszustand des Wals sei grundsätzlich schon nicht gut, sagt Meeresbiologe Ritter. „Das sagen alle, auch die Befürworter der Rettungsaktion.“ Es gebe eine lange, traumatische Vorgeschichte. Das Tier habe sich in Netzen verfangen, sei wochenlang herumgeirrt und habe fünf Selbststrandungen hinter sich. „Das sind deutliche Zeichen, dass der Wal alles andere als fit ist.“
Das beobachtete Verhalten des Tieres sei insgesamt stark passiv, heißt es auch vom Deutschen Meeresmuseum. „Im Vergleich dazu zeigen gesunde Bartenwale, insbesondere Buckelwale, ein deutlich aktiveres Bewegungs- und Verhaltensrepertoire, einschließlich dynamischer Schwimm- und Sprungbewegungen.“
Nach dem anhaltenden Trubel direkt am Wal in den vergangenen zwei Wochen könnte der Transport das Tier noch einmal mehr stressen, ist Ritter überzeugt. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke“, sagt er. Am Vormittag fuhr der Schlepper mit dem Stahlbecken zum Beispiel durch den viel befahrenen Fehmarnbelt. Wale und Delfine lebten in einer Welt des Schalls. „Die sind da extrem empfindlich.“
Der mehrtägige Transport sei so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, ergänzt er.
Der Gesundheitszustand des Wals sei grundsätzlich schon nicht gut, sagt Meeresbiologe Ritter. „Das sagen alle, auch die Befürworter der Rettungsaktion.“ Es gebe eine lange, traumatische Vorgeschichte. Das Tier habe sich in Netzen verfangen, sei wochenlang herumgeirrt und habe fünf Selbststrandungen hinter sich. „Das sind deutliche Zeichen, dass der Wal alles andere als fit ist.“
Das beobachtete Verhalten des Tieres sei insgesamt stark passiv, heißt es auch vom Deutschen Meeresmuseum. „Im Vergleich dazu zeigen gesunde Bartenwale, insbesondere Buckelwale, ein deutlich aktiveres Bewegungs- und Verhaltensrepertoire, einschließlich dynamischer Schwimm- und Sprungbewegungen.“
Nach dem anhaltenden Trubel direkt am Wal in den vergangenen zwei Wochen könnte der Transport das Tier noch einmal mehr stressen, ist Ritter überzeugt. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke“, sagt er. Am Vormittag fuhr der Schlepper mit dem Stahlbecken zum Beispiel durch den viel befahrenen Fehmarnbelt. Wale und Delfine lebten in einer Welt des Schalls. „Die sind da extrem empfindlich.“
Der mehrtägige Transport sei so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, ergänzt er.
„Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke“Meeresbiologe Fabian Ritter
Fabian Ritter, Meeresbiologe und Walforscher. Serdar Dogan / DPA
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Kai Müller
Wo soll der Wal freigesetzt werden?
Letzter Stand war nach Angaben aus dem Team der Privatinitiative, dass der Wal in der Nordsee ins Wasser gelassen werden soll – wo genau, stehe noch nicht fest. Experten sehen große Risiken für das Tier: „Es ist sehr geschwächt und findet im offenen Meer keine Möglichkeit, sich abzulegen“, heißt es vom Deutschen Meeresmuseum. Es bestehe die Gefahr, dass es ertrinke.
Auch die Experten der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) sind der Ansicht, dass mit dem Hinaustreiben die wirklich heikle Phase bevorsteht. „Uns ist nicht bekannt, wie die Freilassung und Wiedereingliederung des Wals in seinen eigentlichen Lebensraum genau geplant ist“, heißt es.
„Ohne weitere Informationen dazu wirkt es aktuell so – und hier verwenden wir ein Bild, um es zu veranschaulichen –, als würde man jemanden, der sich wochenlang im Hospiz befand, nun vor die Tür setzen und sich selbst überlassen.“ Es sei zu hoffen, dass die private Initiative für die Freisetzung ein Konzept entwickelt hat.
Nach der Rückreise vom Äquator zögen die Buckelwale, zu deren Population der Poeler Wal gehöre, in die kalten Gewässer des Nordatlantiks. „Wenn er in der Nordsee freigelassen wird, steht ihm somit noch eine Weiterreise in den Atlantik bevor, die er eigenständig schaffen muss“, erklärt WDC.
Insbesondere die Nordsee berge viele Gefahren wie Lärm, Fischerei und Schiffsverkehr. „Aber auch im Atlantik sind Wale und Delfine nicht sicher vor menschlichen Aktivitäten.“
Auch die Experten der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) sind der Ansicht, dass mit dem Hinaustreiben die wirklich heikle Phase bevorsteht. „Uns ist nicht bekannt, wie die Freilassung und Wiedereingliederung des Wals in seinen eigentlichen Lebensraum genau geplant ist“, heißt es.
„Ohne weitere Informationen dazu wirkt es aktuell so – und hier verwenden wir ein Bild, um es zu veranschaulichen –, als würde man jemanden, der sich wochenlang im Hospiz befand, nun vor die Tür setzen und sich selbst überlassen.“ Es sei zu hoffen, dass die private Initiative für die Freisetzung ein Konzept entwickelt hat.
Nach der Rückreise vom Äquator zögen die Buckelwale, zu deren Population der Poeler Wal gehöre, in die kalten Gewässer des Nordatlantiks. „Wenn er in der Nordsee freigelassen wird, steht ihm somit noch eine Weiterreise in den Atlantik bevor, die er eigenständig schaffen muss“, erklärt WDC.
Insbesondere die Nordsee berge viele Gefahren wie Lärm, Fischerei und Schiffsverkehr. „Aber auch im Atlantik sind Wale und Delfine nicht sicher vor menschlichen Aktivitäten.“
„Ohne weitere Informationen dazu wirkt es aktuell so – und hier verwenden wir ein Bild, um es zu veranschaulichen –, als würde man jemanden, der sich wochenlang im Hospiz befand, nun vor die Tür setzen und sich selbst überlassen“Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation
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Kai Müller
Was vermuten Experten zum Ausgang?
Der Poeler Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen seither lag er zu rund zwei Dritteln der Zeit in Flachwasserzonen.
„In verschiedenen Regionen der Welt ist dokumentiert, dass Großwale bei ausgeprägter Erschöpfung vermehrt flache Küstengewässer mit weichem Untergrund aufsuchen“, erklärt das Deutsche Meeresmuseum.
Als der Wal sich noch frei in den Gewässern von Mecklenburg-Vorpommern bewegte, suchte er bereits ausschließlich Küsten- und Flachwassergewässer auf.
Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betont: „Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht.“
Nach WDC-Einschätzung hat der Wal keine langfristigen Überlebenschancen. Das Tier werde nach dem Freisetzen kaum überleben, hieß es auch von der Internationalen Walfangkommission (IWC).
„In verschiedenen Regionen der Welt ist dokumentiert, dass Großwale bei ausgeprägter Erschöpfung vermehrt flache Küstengewässer mit weichem Untergrund aufsuchen“, erklärt das Deutsche Meeresmuseum.
Als der Wal sich noch frei in den Gewässern von Mecklenburg-Vorpommern bewegte, suchte er bereits ausschließlich Küsten- und Flachwassergewässer auf.
Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betont: „Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht.“
Nach WDC-Einschätzung hat der Wal keine langfristigen Überlebenschancen. Das Tier werde nach dem Freisetzen kaum überleben, hieß es auch von der Internationalen Walfangkommission (IWC).
„Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht.“Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation
Der Wal wird am Mittwoch von zwei Schleppern in einem gefluteten Lastschiff transportiert (Aufnahme aus einem Flugzeug). Philip Dulian / DPA
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Kai Müller
Liebe Leserinnen und Leser,
für heute beenden wir damit die Live-Berichterstattung vor Ort. Sämtliche Neuigkeiten rund um den Wal erfahren Sie natürlich trotzdem weiterhin hier im Blog.
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Kai Müller
Ende gut, alles gut?
Jubel, Umarmungen, Tränen: Nachdem der Wal am Dienstag erfolgreich in die Barge getrieben war, kann man den Eindruck gewinnen, die Aktion sei nun mit vollem Erfolg abgeschlossen. „Der Versuch ist gelungen“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
Tatsächlich war das Verladen aber nur ein Zwischenschritt: Noch muss der Wal den tagelangen Transport um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak überstehen – und vor allem muss er langfristig überleben.
Nach der langen Liegezeit sei fraglich, ob der Wal noch normal schwimmen und tauchen könne, sagt der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter. Auch die Frage nach der Nahrungsaufnahme stelle sich wegen der in seinem Maul gefundenen Netzteile.
Aus Gewässern vor Großbritannien und Kanada sei bekannt, dass Bartenwale, die Netzreste in ihren Barten haben, die Nahrungsaufnahme vollständig verweigern, heißt es vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. „In diesen Gebieten strandeten auch Bartenwale, die große Mengen an Netzresten im Magen hatten, was die Nahrungsaufnahme ebenfalls verhinderte.“
Tatsächlich war das Verladen aber nur ein Zwischenschritt: Noch muss der Wal den tagelangen Transport um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak überstehen – und vor allem muss er langfristig überleben.
Nach der langen Liegezeit sei fraglich, ob der Wal noch normal schwimmen und tauchen könne, sagt der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter. Auch die Frage nach der Nahrungsaufnahme stelle sich wegen der in seinem Maul gefundenen Netzteile.
Aus Gewässern vor Großbritannien und Kanada sei bekannt, dass Bartenwale, die Netzreste in ihren Barten haben, die Nahrungsaufnahme vollständig verweigern, heißt es vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. „In diesen Gebieten strandeten auch Bartenwale, die große Mengen an Netzresten im Magen hatten, was die Nahrungsaufnahme ebenfalls verhinderte.“
„Der Versuch ist gelungen“Till Backhaus
Till Backhaus, Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, informiert auf einer Pressekonferenz über den möglichen weiteren Ablauf der Rettungsaktion. Bernd Wüstneck / DPA
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DPA