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Opfer starb im Gleisbett: Fremde Frau vor Zug gestoßen – Verdächtiger war vorher schon gewalttätig

Aus dem Nichts hat ein Mann am Samstag eine ihm unbekannte Frau vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Das Opfer starb noch im Gleisbett. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter in U-Haft genommen – er ist polizeibekannt.

Auf diesem Bahnsteig in Voerde ereignete sich die Tat am Samstagmorgen.

Auf diesem Bahnsteig in Voerde ereignete sich die Tat am Samstagmorgen.

DPA

Die Tat schockierte ganz Deutschland: Aus dem Nichts hat ein Mann am Samstag gegen 8.45 Uhr eine ihm unbekannte Frau vor einen einfahrenden Zug im Bahnhof Voerde gestoßen. Die 34-Jährige starb noch im Gleisbett – trotz aller Rettungsbemühungen. Der 28-Jährige wurde von Zeugen bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. 

Einen Tag später hat das Amtsgericht Duisburg Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der beschuldigte 28-Jährige aus Hamminkeln soll die Frau nach Ansicht der Staatsanwaltschaft heimtückisch und aus Mordlust am Samstagmorgen ins Gleisbett vor einen einfahrenden Zug gestoßen haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag gemeinsam mitteilten.

Verdächtiger ist polizeibekannt

Am Montag wurde dann bekannt: Der Mann war in der Vergangenheit bereits gewalttätig. Er sei der Polizei unter anderem wegen Diebstahls und Körperverletzungen bekannt gewesen, sagte eine Polizeisprecherin.

Darunter seien zwei Verfahren, in denen er Polizisten verletzt habe: Ende Juni soll er demnach in einer Gaststätte randaliert haben. Als Polizisten ihn fixieren wollten, habe er sich gewehrt. 

Ende März soll er bei Nachbarn randaliert und diese auch bedroht haben. "Da hat er dann auch bei der Festnahme Widerstand geleistet", so die Sprecherin. In einem weiteren Fall habe er einen Traktorfahrer angehalten und bedroht. Außerdem habe er in der Vergangenheit zwei Freiheitsstrafen als Ersatz für Geldbußen verbüßt.

Verdächtiger kannte die Frau nicht

Täter und Opfer kannten sich vor dem Angriff nicht. Auch gab es auf dem Bahnsteig keinen Streit zwischen den beiden, so die Auskunft der Ermittler. Der Täter soll sich der Frau wortlos von hinten genähert haben, erzählten Zeugen der Polizei. Dann habe er sie auf das Gleis gestoßen. "Einfach so. Er hat nicht vorher mit ihr gesprochen, geredet. Er soll zu ihr hingegangen sein und sie gestoßen haben", sagte Polizeisprecherin Jacqueline Grahl am Montag. 

Menschen aus dem Umfeld des 28-Jährigen würden jetzt befragt, um die zentrale Frage zu klären: "Warum geht jemand auf den Bahnsteig und schubst jemanden auf die Gleise", sagte die Polizeisprecherin. Das 34 Jahre alte Opfer sei Mutter einer 13-jährigen Tochter. "Die Frau hinterlässt Mann und Kind", so Grahl.  

Der Verdächtige schwieg bislang zu den Vorwürfen. "Er hat sich zu den Tatvorwürfen nicht geäußert und lässt sich anwaltlich vertreten", sagte Polizeisprecherin Grahl.

Auch diese Vorfälle an Bahngleisen sorgten für Schlagzeilen

Bundesweit sorgen ähnliche Fälle immer wieder für Entsetzen. Im September 2018 hatte in Köln ein 18-Jähriger einen Mann (43) nach einem Streit auf die Gleise gestoßen. Nur durch Zufall wurde das Opfer nicht verletzt. Das Video einer Überwachungskamera hatte die Tat dokumentiert.

2016 starb in Berlin eine 20-Jährige, nachdem sie von einem ihr unbekannten psychisch Kranken vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen wurde. Ebenfalls in Berlin wurde im März 2019 ein 34-Jähriger zuerst angerempelt und dann ins Gleisbett geschubst. Dabei brach er sich einen Halswirbel. Bevor der Täter flüchtete, zog er das Opfer noch zurück auf den Bahnsteig und verhinderte so Schlimmeres.

mik / DPA