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Störung des Zapfenstreichs: Vuvuzelas sollen Wulff den Marsch blasen

Man kennt ihr monotones Tuten noch von der Fußball-WM in Südafrika: Nun ruft eine Gruppe von Wulff-Kritikern dazu auf, den Zapfenstreich für das Ex-Staatsoberhaupt mit lautem Vuvuzela-Blasen zu übertönen.

Sie waren die akustische Geißel der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika: die Vuvuzelas. Das langgezogene monotone Tröten der Blasinstrumente hatte während des Turniers sämtliche Spiele im Stadion begleitet – und damit so manchem Fußballfan den letzten Nerv geraubt. Nun stehen die Vuvuzelas anscheinend kurz vor einem Comeback bei einem viel beachteten Event in Berlin: dem Zapfenstreich von Christian Wulff.

Die Zeremonie, bei der das zurückgetretene Staatsoberhaupt mit militärischen Ehren verabschiedet werden soll, steht ohnehin seit Tagen in der Kritik. Insgesamt sollen von den geladenen Gästen mehr als 160 abgesagt haben. Nun planen einige Bürger die feierliche Verabsschiedung mit dem wenig feierlichen Klang der afrikanischen Tröten zu begleiten. Es wird dazu aufgerufen, am Donnerstagabend vor Schloss Bellevue in Berlin zu erscheinen und dann mehr als eine Stunde auf akustischem Wege gegen die Zeremonie anzututen.

"Würdevolles Unterblasen des Fackelzuges"

Eine dazu eingerichtete Facebook-Seite führt ein Programm mit "langsamen Anblasen" und "würdevollem Unterblasen des Fackelzuges" auf. Die erste Idee zu der Aktion kam von dem Journalisten und Blogger Mario Sixtus, der im Internetdienst Twitter schrieb: "Ich könnte mir vorstellen, dass viele Bürger dieses musikalische Ereignis mit ihren Vuvuzelas unterstützen wollen".

Später schrieb er, es sei doch verständlich, dass in einem demokratischen Land das Volk dem Ex-Präsidenten "gerne den Marsch blasen würde". Am Donnerstag wurde dann getwittert, dass Vuvuzelas in Berlin ausverkauft seien. Man darf also gespannt sein, was man vom umstrittenen Abschiedszeremoniell sehen oder besser: zu hören sein wird.

Wulff hat sich vom Stabsmusikkorps der Bundeswehr vier statt der üblichen drei Lieder gewünscht. Zunächst wird der "Alexandermarsch" von Andreas Leonhardt gespielt, dann "Over The Rainbow" von Harold Arlen. Der Song wurde in den 30er Jahren durch Judy Garland bekannt. Es folgt das moderne Kirchenlied "Da berühren sich Himmel und Erde" von Christoph Lehmann und die Ode "An die Freude" von Ludwig van Beethoven. Zum Abschluss erklingt die Nationalhymne.

be/DPA / DPA