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Gefährdung durch Challenges? Niederländische Eltern fordern 1,4 Milliarden Euro Schadensersatz von TikTok

Niederländische Eltern verlangen Entschädigungszahlung von Tiktok.
Datenspeicherung und Gefährdung Minderjähriger – jetzt verlangen Eltern Schadensersatz für ihre Kinder (Symbolbild)
© Rasit Aydogan / Picture Alliance
Die Videoplattform TikTok soll Daten von Minderjährigen sammeln und sie zudem Gefahren durch sogenannte Plattform-Challenges aussetzen. Tausende niederländische Eltern verlangen nun Schadensersatz für ihre Kinder.

Wie die niederländische Stiftung für Marktinformationsforschung (SOMI) am Mittwoch bekannt gab, verlangen mehr als 64.000 niederländische Eltern von den Betreibern der populären Videoplattform Tiktok Schadensersatz für ihre Kinder. Insgesamt beliefen sich die Forderungen auf mehr als 1,4 Milliarden Euro.

Datensammlung und Gefährdung von Minderjährigen

Zur Begründung hieß es, Tiktok sammle Daten von Minderjährigen, um ihnen gezielte Werbung anzuzeigen, ohne dafür eine Erlaubnis einzuholen. Zudem seien Kinder Gefahren durch sogenannte Challenges ausgesetzt, bei denen sich Nutzer der Plattform gegenseitig zu gefährlichen Handlungen auffordern würden. Die Stiftung SOMI ist eigenen Angaben zufolge eine Non-Profit-Organisation, die sich dem Schutz grundlegender Rechte der Nutzer von Online-Diensten widmet.

Eine Tiktok-Sprecherin erklärte zu den Vorwürfen, man unternehme bereits "branchenführende Schritte, um die Sicherheit von Jugendlichen auf Tiktok zu gewährleisten". Dazu gehöre, dass Konten von unter 16-Jährigen standardmäßig auf privat gesetzt werden und Erziehungsberechtigte die Möglichkeit haben, ihr Konto mit dem ihres Teenagers zu verknüpfen.

TikTok nutze "aggressive Werbetechniken, die auf Kinder abzielen"

Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance. Den Nutzungsbedingungen von Tiktok zufolge brauchen Minderjährige die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten. Kindern unter 13 Jahren ist die Nutzung des Dienstes generell nicht gestattet.

Eine ähnliche Klage wie jetzt in den Niederlanden hatten im April Kinderrechtsaktivisten in Großbritannien initiiert. Ende Mai hat die EU-Kommission eine Überprüfung der Geschäftspraktiken von Tiktok angekündigt. Nach einer Warnung des Europäischen Verbraucherverbands (BEUC) über Verstöße gegen EU-Verbraucherrechte sei ein formeller Dialog mit Tiktok gestartet worden, teilte die EU-Kommission am 28. Mai mit. Als "besorgniserregende Praktiken" von Tiktok nannte sie unter anderem "aggressive Werbetechniken, die auf Kinder abzielen".

Nutzer der Videoplattform TikTok inszenieren sich in kurzen Clips als Holocaustopfer.

Sehen Sie im Video: Dieser Trend sorgt für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Nutzer der Videoplattform Tiktok inszenieren sich in kurzen Clips als Holocaust-Opfer.

stz DPA

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