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Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft: TV-Fahndung im Fall Tröglitz bringt viele Hinweise

Die Polizei verstärkt die Fahndung nach den Tätern von Tröglitz: In der MDR-Sendung "Kripo live" zeigte sie Gegenstände, die am Tatort gefunden worden waren - mit Erfolg.

Dieser Schlüsselanhänger brachte die meisten Hinweise

Dieser Schlüsselanhänger brachte die meisten Hinweise

Rund drei Wochen nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz hat ein Fahndungsaufruf der Ermittler zahlreiche neue Hinweise gebracht. Nach der Ausstrahlung in der MDR-Sendung "Kripo live" am Sonntagabend seien zunächst mehr als 30 neue Hinweise eingegangen, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen-Anhalt in Magdeburg sagte. Die meisten Zeugenaussagen bezogen sich demnach auf ein im Tatortbereich gefundenes Schlüsselbund. Es werde nun geprüft, ob sich neue Anhaltspunkte für die Ermittlungen ergeben, sagte die LKA-Sprecherin.

Unbekannte hatten am Osterwochenende einen Brandanschlag auf die geplante Unterkunft für Asylbewerber verübt. Die Ermittler erhoffen sich von dem Fahndungsaufruf neue Erkenntnisse auch zu zwei Personen, die zur Tatzeit in der Nähe gesehen wurden. Die Behörden haben für Hinweise zur Ergreifung der Urheber des womöglich fremdenfeindlichen Anschlags eine Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt.

Bald kommen erste Flüchtlinge nach Tröglitz

Bereits Anfang März hatte der Rücktritt des damaligen Tröglitzer Bürgermeisters Markus Nierth bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nierth sah sich durch Rechtsextreme bedroht, die vor seinem privaten Wohnhaus gegen die geplante Aufnahme von Flüchtlingen in dem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt demonstrieren wollten. Zudem fühlte er sich von den örtlichen Behörden im Stich gelassen.

Ungeachtet des Brandanschlags sollen in Tröglitz in einigen Wochen die ersten Flüchtlinge untergebracht werden. Die Sanierung der vom Brand zerstörten Flüchtlingsunterkunft wird nach Angaben des Landratsamtes des Burgenlandkreises aber voraussichtlich noch ein Jahr dauern.

tis/AFP / AFP