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Mar-a-Lago Chinesin mit Schadsoftware verschafft sich Zutritt zu Trumps Luxusresort

Mar-a-Lago
Trumps Luxusresort Mar-a-Lago
© David Ake / DPA
In US-Präsident Trumps Luxusresort Mar-a-Lago in Florida reinzukommen ist schwer. Einer Chinesin gelang es dennoch an den Sicherheitskontrollen vorbeizukommen. Bei ihr trug sie einen USB-Stick mit Schadsoftware.

Wer in Donald Trumps Luxus- und Wochenendresidenz Mar-a-Lago will, der muss beim US-Präsidenten schon sehr gut gestellt sein. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, Secret-Service-Agenten bewachen die Eingänge. Offenbar nicht gut genug: Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge verschaffte sich eine chinesische Frau Zugang zu dem Gelände. Dies bestätigt auch ein Dokument des Bezirksgerichtes in Südflorida.

Demnach sei die 32-jährige Frau mit zwei chinesischen Pässen und einem Datenträger, der ersten Erkenntnissen nach Schadsoftware enthielt, an den Sicherheitsleuten vorbeigekommen, indem sie angab, sie sei Mitglied des Resorts und dass sie den Pool nutzen wolle. Sie zeigte dabei ihre Pässe zur Identifizierung.

Chinesin machte widersprüchliche Angaben

Die Secret-Service-Agenten sagten, dass die Frau nicht auf der Mitgliederliste stand, aber der Clubmanager sie für die Tochter eines Mitgliedes hielt. Auf die Frage hin, ob ihr Vater Mitglied sei, habe die Frau nicht eindeutig geantwortet, was die Agenten aber einer Sprachbarriere zuordneten. Daher habe man sie auf das Gelände gelassen. Später habe die Frau aber ihre Geschichte geändert und gesagt, dass sie an einer Veranstaltung der Vereinten Nationen teilnehme. Eine solche Veranstaltung sei dort aber nicht geplant.

Die Chinesin wurde daraufhin vom Gelände entfernt. Als sie einen Streit anfing, wurde sie zu einem Verhör mit dem Secret Service gebracht. Dort offenbarte sich laut dem Gerichtsdokument, dass die Frau sehr wohl gutes Englisch beherrschte. Sie habe erzählt, dass sie aus Shanghai angereist sei, um an einer Veranstaltung teilzunehmen, zu der sie ein Mann namens "Charles" über eine chinesische Social-Media-App eingeladen habe. Gleichzeitig bestritt sie im Verhör, dass sie gesagt habe, sie wolle schwimmen gehen.

Handys, Laptop, USB-Stick - aber kein Badeanzug

Laut dem Secret Service hatte die Chinesin vier Handys, einen Laptop, eine externe Festplatte und einen USB-Stick mit Schadsoftware dabei – aber keinen Badeanzug. "Der Secret Service entscheidet zwar nicht, wer den Club betreten darf, aber unsere Agenten führen Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass keine verbotenen Gegenstände auf das Grundstück gelangen", so ein US-Geheimdienstsprecher in einer Erklärung. "Der Zugang bietet keine individuelle Nähe zum Präsidenten oder anderen Agenten des Geheimdienstes. In solchen Fällen werden zusätzliche Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen ergriffen."

Der jungen Chinesin wird nun vorgeworfen, Falschangaben gegenüber Bundesagenten gemacht und illegal ein Sperrgebiet betreten zu haben. Ob sie eine Spionin ist, ist unklar. Sie befindet sich derzeit in Haft. Es gibt derzeit keinen Hinweis darauf, dass sie in der Nähe von Präsident Trump war. Die Frau schweigt zu den Vorwürfen.

Quellen: Nachrichtenagenturen Reuters, Associated Press, Gerichtsdokument

rw

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