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Unesco hat entschieden: Buchenwälder sind Weltnaturerbe

Die Unesco hat fünf deutsche Buchenwälder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Hessen zum universellen Erbe der Menschheit erklärt. Sie stehen nun unter besonderem Schutz.

Jubel in Deutschland: Die Unesco hat fünf Buchenwälder zum universellen Erbe der Menschheit erklärt. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur stimmte am Samstag in Paris einem entsprechenden Antrag der Bundesrepublik zu. Er umfasste fünf Wälder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Hessen. #link;http://www.unesco.de/welterbeliste.html;Als Unesco-Weltnaturerbe stehen die Gebiete nun unter besonderem Schutz# und auf einer Stufe mit so bekannten Naturwundern wie dem Grand Canyon oder den Galápagos-Inseln.

Die hessischen Nationalparkschützer können ihr Glück noch gar nicht fassen. "Das ist ein enormer Imagegewinn", sagte Jutta Seuring, Sprecherin der Nationalparkverwaltung Kellerwald-Edersee am Samstag in Bad Wildungen. "Das wird die Regionalentwicklung voranbringen, weil sich Welterbestätten touristisch in Wert setzen lassen."

Uralte, knorrige Buchen sind das Markenzeichen des Kellerwaldes in Nordhessen. Das Gebiet mit den Urwaldresten der Buchenwälder wurde am 1. Januar 2004 zum Nationalpark. Auf einer Fläche von knapp 6000 Hektar - etwas größer als der Starnberger See - schützt er südlich des Edersees einen der großen Rotbuchenwald-Bestände Mitteleuropas. Nach Angaben des Nationalparkamtes sind 90 Prozent des noch jungen Nationalparks nutzungsfreier Raum.

Zu den zum Welterbe erklärten Naturdenkmälern zählen außerdem der Buchenwald Grumsin in Brandenburg sowie der Nationalpark Hainich in Thüringen. Aus Mecklenburg-Vorpommern sind der Nationalpark Jasmund und der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark mit dabei. Alle ergänzen künftig das bereits bestehende Weltnaturerbe "Buchenurwälder der Karpaten" in der Slowakei und der Ukraine. Dieses war bereits 2007 eingeschrieben worden.

Hoffen auf Weltkulturerbe-Titel

Auf der Weltnaturerbeliste der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur war aus Deutschland lange Zeit nur die Fossillagerstätte Grube Messel in Hessen eingeschrieben. Erst 2009 kam das Wattenmeer hinzu.

Mit der Entscheidung über Weltkulturerbe-Anträge aus Deutschland wird erst am Montag gerechnet. Deutschland hofft unter anderem auf einen Titel für eine von Walter Gropius entworfene Schuhleistenfabrik im niedersächsischen Alfeld. Als Teil grenzüberschreitenden Weltkulturerbes stehen neben dem Fagus-Werk zwei Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung auf der Kandidatenliste. Sie wurden von dem französisch-schweizerischen Architekten und Stadtplaner Le Corbusier entworfen.

mcp/DPA / DPA