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Lebensgefahr Zahlreiche Unfälle auf zugefrorenen Gewässern – Polizei warnt per Hubschrauber

Menschen auf dem zugefrorenen Steinhuder Meer
Zahlreiche Menschen zog es am Wochenende bei kalten Temperaturen und Sonnenschein auf das zugefrorene Steinhuder Meer
© Moritz Frankenberg / DPA
Trotz Warnungen der Polizei verbrachten am Wochenende viele Menschen ihre Freizeit auf zugefrorenen Gewässern. Dabei kam es in ganz Deutschland zu Unfällen. In Rotenburg fanden Spaziergänger einen toten Mann im Eis.

Nach den kalten Temperaturen der vergangenen Woche sind viele Gewässer in Deutschland zugefroren. Deshalb zog es am Wochenende fast überall im Land Menschen auf die Eisflächen, obwohl diese teils noch nicht die nötige Festigkeit aufwiesen. So kam es zu einigen Unfällen auf zu dünnem Eis.

"Das Betreten von Eisflächen ist lebensgefährlich", warnte die Berliner Feuerwehr auf Twitter. Besonders Erwachsene sollten hier ein Vorbild für Kinder sein. Leider hielten sich viele Bürger nicht daran. In der Hauptstadt kreisten Polizeihubschrauber mit der Durchsage: "Sie befinden sich in Gefahr, die Eisfläche trägt nicht, begeben Sie sich zum Ufer" über Weißensee und Müggelsee. Auf dem Schlachtensee stürzten vier Menschen am Samstag durch die dünne Eisdecke ins Wasser. Jeweils zwei brachen an verschiedenen Stellen des Sees in das kalte Wasser ein. Wie die Feuerwehr berichtet, konnten sich die Betroffenen jedoch selbst wieder befreien.  

Spaziergänger finden Leiche im Eis

An der Kiesgrube Leuben in Dresden ereilte vier Menschen das gleiche Schicksal. Die Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch ein Feuerwehrmann, der an dem Rettungseinsatz beteiligt war, brach ein. In anderen Teilen Deutschlands kam es in den vergangenen Tagen zu ähnlichen Unfällen. In Schleswig-Holstein rettete ein älteres Ehepaar zwei vierjährige Kinder aus einem Teich. Eine grausige Entdeckung machten Spaziergänger in Rotenburg: Sie fanden in der Wümme einen Toten, der im Eis festgefroren war. Die Identität des Mannes ist noch nicht bekannt, die Polizei ermittelt.

Lebensgefahr: Zahlreiche Unfälle auf zugefrorenen Gewässern – Polizei warnt per Hubschrauber

In Hamburg musste die Polizei am Wochenende etwa 500 Mal eingreifen und dabei insgesamt 3500 Menschen vom Eis holen. "Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum erwachsene Menschen mit Kinderwagen über Eisflächen laufen, die gesperrt sind. Damit gefährden sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der Einsatzkräfte", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Während des Corona-Lockdowns suchen vor allem Familien auf den Eisflächen nach Abwechslung in der Freizeit. Das kann jedoch zu schweren Unfällen führen. Polizei und Rettungskräfte warnen weiterhin davor, gefrorene Gewässer zu betreten. Da die Temperaturen in dieser Woche wieder steigen sollen, dürfte das aber ohnehin bald nicht mehr möglich sein.

Quellen: Feuerwehr Berlin auf Twitter / Polizei Berlin auf Twitter / NDR / "Tagesspiegel" / MDR / Polizeiinspektion Rotenburg

epp / mit DPA

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