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Unwetter und klirrende Kälte: Schneestürme fegen über Nordosten der USA

Den ganzen Tag über soll es unter anderem in New York und Boston schneien. Tausende Flüge fallen aus. New Yorks Bürgermeister hat eine Botschaft an die Bewohner der Stadt: Nicht vor die Tür gehen.

Massive Schneestürme und klirrende Kälte: Weite Teile der USA werden von einem Unwetter heimgesucht. Betroffen sind vor allem die Neuengland-Staaten im Nordosten. Allein in Boston im Bundesstaat Massachusetts fielen bis Donnerstagabend (Ortszeit) innerhalb weniger Stunden fast 20 Zentimeter Neuschnee. Auch in New York und im weiter südlich gelegenen Washington gab es ergiebige Niederschläge. In den Bundesstaaten New York und New Jersey wurde der Notstand ausgerufen.

In Boston, wo die Temperatur auf bis zu minus 21 Grad Celsius fallen könnte, entschied Bürgermeister Thomas Menino, dass die Schulen am Freitag geschlossen bleiben. Der Unterricht dürfte zudem heute in ganz Massachusetts ausfallen. In New York sollten die Temperaturen minus 13 Grad Celsius erreichen, die sich bei starkem Wind wie minus 26 Grad Celsius anfühlen könnten. Der Wetterdienst sagte dort Schneefälle von bis zu 25 Zentimetern und Windgeschwindigkeiten von mehr als 70 Stundenkilometern voraus.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, der sein Amt erst am Mittwoch angetreten hatte, rief die Bürger auf, sich möglichst zu Hause aufzuhalten und ein Auge auf ihre Nachbarn zu haben. "Es wird ungewöhnlich kalt", sagte er und fügte hinzu, dass die Behörden "bereit" seien.

Insgesamt leben rund 100 Millionen Einwohner im Bereich der Unwetter-Zone, die sich unaufhaltsam vom Mittleren Westen in Richtung Osten wälzt, berichtete der TV-Sender CNN - damit seien fast ein Drittel der gesamten US-Bevölkerung von dem extremen Winterwetter betroffen. Der private Wetterdienst "The Weather Channel" informiert via Twitter und sammelt Bilder betroffener Nutzer.




Nach Vorhersagen des nationalen Wetterdienstes soll es bis heute Abend - beziehungsweise nach deutscher Zeit bis in die Nacht zum Samstag - unaufhörlich schneien. Bis dahin könnten in Neuengland bis zu 45 Zentimeter Neuschnee fallen, sagten Meteorologen voraus.

Tausende Flüge gestrichen oder verspätet

Landesweit wurden etwa 3000 Flüge gestrichen, weitere 7000 mussten verschoben werden, meldete die Webseite Flightaware. Am stärksten betroffen waren die Flughäfen in Chicago und Newark. Für die Metropole New York bezifferte ein Sprecher der dortigen Flughäfen die Zahl der gestrichenen Verbindungen am Donnerstag auf etwa 500, am Freitag sollen es mehr als 900 sein.

Auch am Bostoner Airport fiel rund ein Viertel aller Flüge aus. Die drei New Yorker Großflughäfen bereiteten sich auf die Versorgung gestrandeter Passagiere vor. Der Wintereinbruch überraschte zahlreiche Reisende auf dem Rückweg ihrer Weihnachtsferien.

Allerdings dürften in Neuengland die Schneefälle vom vergangenen Februar nicht erreicht werden, meldeten Experten im TV-Sender CNN. Damals habe es mehr als einen Meter Neuschnee gegeben.

Bis nach Nordflorida wird es kalt

Vor allem klirrende Kälte und Winde drohen den Menschen zuzusetzen. "Als Folge dieses Sturms werden sich sehr kalte Luftmassen über den Osten der USA bewegen", sagte der nationale Wetterdienst voraus. In vielen Gebieten könnten die Temperaturen 20 bis 30 Grad unter die Normalwerte fallen. Die Kältewelle werde sich vermutlich bis in den Norden Floridas ausbreiten - selbst dort könnte es Minustemperaturen geben.

Wie üblich bei solchen Wetterlagen werden in den USA massive Stromausfälle erwartet. Dies kommt vor allem daher, weil Stromleitungen häufiger als in Deutschland noch über der Erde verlaufen. Eis und umstürzende Bäume sind oftmals die Ursache, dass Zehntausende auch in Städten wie Washington tagelang ohne Strom sind.

anb/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters