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Verkehrschaos durch Blitzeis Schlitterpartie im ganzen Land


Spiegelglatte Straßen haben in ganz Deutschland zu zahlreichen Unfällen geführt. Durch Regen bildete sich Blitzeis, Autos und Lastwagen stellten sich quer. Vielerorts fiel der Unterricht aus. Das Eis legte auch den Berliner Flughafen Tegel still. Auf die Glätte folgt die Flut: Hochwasserzentren befürchten, dass die Flüsse ansteigen.

Tauwetter mit Blitzeis hat Autos und Fußgänger am Donnerstag in ganz Deutschland ins Schlingern gebracht. Regen, der auf den kalten Boden fiel, machte die Straßen und Bürgersteige spiegelglatt. Gleichzeitig steigen in Sachsen-Anhalt bereits die Pegelstände der Flüsse.

Der Regen gefriere schnell auf dem kalten Boden, sagte Manuel Voigt vom Deutschen Wetterdienst. Die Böden sind bei den vorherrschenden Minusgraden immer noch gefroren und können kein Wasser aufnehmen.

Bei Blitzeis krachte auf der Autobahn München-Stuttgart (A8) ein Sattelschlepper frontal in einen Reisebus. Dabei wurden am Morgen 30 Menschen verletzt, 4 von ihnen schwer. Der Busfahrer hatte wegen eines Unfalls bremsen müssen. Der Bus geriet ins Schleudern und stellte sich auf den Fahrbahnen quer. Der Fahrer eines Sattelzugs konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte in den mit mehreren Dutzend Menschen besetzten Bus. Die A8 wurde total gesperrt.

In Schleswig-Holstein gab es am Donnerstagmorgen nach Angaben der Polizei vielerorts bis zu zwei Zentimeter Eis auf den Straßen, zahlreiche Unfälle waren die Folge. Lastwagen stellten sich quer. Meist blieb es bei Blechschäden. Selbst Streifenwagen der Polizei kamen nicht mehr von der Stelle. In mehreren Kreisen wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt, die Busse blieben dort in ihren Depots.

Flugverkehr in Berlin eingestellt

Auf dem Berliner Flughafen Tegel musste der Betrieb vorübergehend eingestellt und Enteisungsmittel auf den Start- und Landebahnen gestreut werden. Auch in Nürnberg musste der Flugverkehr nach Eisregen für mehrere Stunden eingestellt werden.

In weiten Teilen Niedersachsens und Bremens kamen zum Eisregen noch Schneeverwehungen hinzu, etliche Nebenstraßen waren kaum mehr passierbar. Das Autobahndreieck Bad Harzburg musste vorübergehend gesperrt werden. Zudem fiel an vielen Schulen der Unterricht aus. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: Viele Pendler saßen fest, weil keine Busse fahren konnten. In den Landkreisen Schaumburg und Celle, in der Stadt Celle und im südlichen Hannover wurde der Busverkehr zeitweise eingestellt. Immer wieder krachte es, zunächst gab es aber nur Blechschäden. Wer nicht unbedingt aus dem Haus müsse, solle dies dringend unterlassen, riet die Polizei.

Zahlreiche Unfälle gab es in Brandenburg. Seit Mitternacht wurden im Westen des Landes 60 Unfälle registriert, davon vier mit Verletzten. Im Nordwesten fuhren die Schulbusse nicht.

"Im ganzen Land ist es spiegelglatt"

Beim Innenministerium Sachsen-Anhalts in Magdeburg hieß es: "Im ganzen Land ist es spiegelglatt." Das gelte auch für die Fußwege. Wer nicht aus dem Haus müsse, sollte das dringend bleiben lassen. Vor allem auf den Autobahnen 38 und 2 gab es zahlreiche Glätteunfälle. Die A38 musste zwischen Allstedt und Lutherstadt Eisleben wegen mehrerer Unfälle gesperrt werden. Viele Linienbusse fuhren nicht, bei der Bahn gab es Ausfälle und Verspätungen.

Auch aus Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen wurden extrem glatte Straßen gemeldet. Auf der Autobahn 70 und der Bundesstraße 2 in Bayern blieben einige Autofahrer stecken und mussten von der Feuerwehr aus den Schneewehen gezogen werden, bevor der Winterdienst räumen konnte.

Auf die Bahn umsteigen

Die Bahn fuhr dagegen weitgehend störungsfrei. Es gebe kleinere Verspätungen aber keine schweren Ausfälle, sagte ein Sprecher. Es sei zu beobachten, dass viele Menschen vom Auto auf den Zug umgestiegen seien.

Dem Wetterdienst zufolge sollten die Temperaturen in der zweiten Tageshälfte wieder über den Gefrierpunkt steigen und Tauwetter einsetzen. In den kommenden Tagen gibt es gebietsweise starke Regenfälle. Zusammen mit der Schneeschmelze werden sie etliche Flüsse heftig anschwellen lassen, befürchten die Hochwassermeldezentren. An der Schwarzen Elster im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt ist es bereits soweit: Am Pegel Löben wurde die zweite von vier Alarmstufen ausgerufen.

ukl/zen/DPA DPA

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