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Verspätungen und Ausfälle bei Flügen und Bahn: Weiße Pracht, des Reisenden Ohnmacht

Wenige Tage vor Weihnachten haben Schnee und Eis den Reisenden in Europa erneut starke Nerven abverlangt. An den großen Flughäfen in London, Frankfurt, Paris, Brüssel und Amsterdam wurden zahlreiche Flüge gestrichen. Auf einigen Autobahnen in Nordrhein-Westfalen galt vorübergehend ein Fahrverbot für Lastwagen.

Im vorweihnachtlichen Reiseverkehr war am Montag weiterhin Geduld gefragt. Zwar beruhigte sich die Lage an den deutschen Flughäfen im Vergleich zum Wochenende. Allein am Frankfurter Flughafen sollten aber 340 von 1.362 Verbindungen gestrichen werden. Die Nacht zum Montag mussten rund 500 Passagiere auf Feldbetten im Terminal verbringen. Schnee und Eis führten auf den Straßen zu Hunderten von Unfällen, bei denen es offenbar zunächst meist bei Blechschäden blieb. Gute Nachricht für Reisende, schlechte Neuigkeit für Fans weißer Weihnachten: Wenige Tage vor Heiligabend setzt Tauwetter ein.

Annullierungen und Verspätungen auf den Flughäfen wurden vor allem durch Probleme an Drehkreuzen wie London und Paris verursacht. "Unsere Start- und Landebahnen sind schneefrei. Bei uns läuft wieder alles auf Vollbetrieb", sagte ein Frankfurter Flughafensprecher. Die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld rechneten durch die neuerlichen Schneefälle im Tagesverlauf mit rund 90 Flugausfällen. An den übrigen Flughäfen wurden wegen Problemen an ausländischen Airports Dutzende von Flügen gestrichen und Verspätungen erwartet. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprach sich in der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) dafür aus, das Nachtflugverbot an den Flughäfen wegen des Winter-Chaos teilweise aufzuheben.

Ausfälle bei der Bahn

Die Lage an den Flughäfen belastete auch am Montag den Bahnverkehr zusätzlich. Es musste weiterhin mit teils stundenlangen Verspätungen und Zugausfälle gerechnet werden.

Die Autofahrer hatten zu Beginn der Weihnachtswoche ebenfalls weiter mit Schnee und Eis zu kämpfen. Wie in Nordrhein-Westfalen entspannte sich die Lage jedoch vielerorts. In NRW zählte die Polizei auf den Straßen zwischen Sonntag- und Montagmittag knapp 1.160 witterungsbedingte Unfälle. Dabei wurden 11 Menschen schwer und 70 leicht verletzt. Es entstanden Sachschäden in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf Autobahnen wurde bis zum Mittag aufgehoben.

Ein solches Fahrverbot galt hingegen in Rheinland-Pfalz am Montag weiterhin für die Bundes- und Landstraßen nach Belgien, Frankreich und Luxemburg. Der Elbe-Lübeck-Kanal wurde am Montagmorgen wegen starker Eisbildung für die Schifffahrt gesperrt.

In einigen Städten wurde unmittelbar vor Beginn des kalendarischen Winteranfangs das Streusalz knapp. Eine Schiffsladung Salz eines Großhändlers aus Marokko sei überfällig, sagte ein Sprecher der Stadt Trier. In Thüringen werden Salzlieferungen gedrosselt. Der niedersächsische Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) warnte im dapd-Gespräch: "Bislang haben wir noch ausreichend Salz, aber das kann sich täglich ändern."

Tauwetter setzt ein

Es gab aber auch Nutznießer des Wetters. In weiten Teilen von Niedersachsen fiel die Schule aus. Im Landkreis Aurich wurden die Schüler verfrüht in die Weihnachtsferien geschickt.

Urlauber und Wintersportler konnten sich über wachsende Schneedecken freuen. Im Oberharz lag am Montag so viel Schnee wie noch nie in diesem Winter. Auf dem Brocken, dem höchsten Berg des Mittelgebirges, wurde am Montag eine Schneehöhe von 155 Zentimetern gemessen.

Schneetief Petra sorgt zu Wochenbeginn von Süden her fast bundesweit für Tauwetter. Am Donnerstag werden im Süden bei Föhn zum Teil über zehn Grad erreicht. Zum Weihnachtsfest erwarten die Meteorologen aber wieder kühlere Luftmassen, allerdings kaum noch Schnee.

Nina Jerzy, DAPD / dapd